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Kinoobjektiv
Kamera · Equipment

Kinoobjektiv

Cine Lens
Murnau AI illustration
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Kinoobjektiv: Filmoptik mit Zahnkränzen für Follow-Focus, kontinuierlicher Blende und minimaler Fokus-Atmung. Für professionelle Filmproduktion optimiert.

Technische Details

Kinoobjektive verwenden durchgehend T-Blenden (Transmission Stop) statt F-Blenden, die den tatsächlichen Lichtdurchlass messen. Typische Offenblenden liegen zwischen T1.3 und T2.8. Der Fokusring hat einen Drehweg von mindestens 270°, Premium-Objektive erreichen bis zu 330°. Standard-Anschlüsse sind PL-Mount (Positive Lock) mit 52mm-Durchmesser oder LPL-Mount mit 62mm. Das Frontgewinde beträgt meist 114mm oder 136mm für Mattebox-Systeme. Kinoobjektive besitzen eine konstante Vorderlinsenposition (Non-Breathing) und einheitliche Gehäusedurchmesser von 110mm für unkomplizierte Objektivwechsel.

Geschichte & Entwicklung

Die ersten Kinoobjektive entstanden in den 1920er Jahren, als Cooke mit der Speed Panchro-Serie speziell für Filmkameras optimierte Optiken entwickelte. 1971 führte ARRI den PL-Mount als Industriestandard ein. Zeiss revolutionierte 1975 mit den Super Speed T1.3-Objektiven die Low-Light-Kinematographie. In den 1990er Jahren etablierten sich Zoom-Objektive wie das Angenieux Optimo 24-290mm. Seit 2018 setzt sich der LPL-Mount für Large Format-Sensoren durch, während moderne Master Prime- und Signature Prime-Serien Brennweiten von 12mm bis 200mm abdecken.

Praxiseinsatz im Film

Roger Deakins verwendete Zeiss Master Primes für "1917" (2019), um die kontinuierlichen Kamerabewegungen mit präzisem Fokus zu realisieren. Die Cooke S7/i-Serie kam bei "Dune" (2021) zum Einsatz und erzeugte den charakteristischen "Cooke Look" mit weicher Bokeh-Charakteristik. Anamorphe Objektive wie die ARRI Master Anamorphic schaffen das 2.39:1-Bildformat mit typischen Lens Flares. Der Objektivwechsel erfolgt über standardisierte Lens Data Systems (LDS), die Metadaten automatisch an die Kamera übertragen. Follow Focus-Systeme wie der ARRI cforce mini ermöglichen präzise Schärfeverlagerungen während der Aufnahme.

Vergleich & Alternativen

Kinoobjektive unterscheiden sich von Fotoobjektiven durch mechanische Präzision und kontinuierliche Verstellung ohne Rastpunkte. Während Fotoobjektive auf schnellen Autofokus optimiert sind, bieten Cine Lenses manuelle Kontrolle mit reproduzierbaren Einstellungen. Canon CN-E und Sony CineAlta bilden den Einstieg ab 3.000€, während ARRI Signature Primes bis 45.000€ kosten. Moderne Alternativen sind rehouste Fotoobjektive von Duclos Lenses oder Sigma Cine-Versionen bestehender Art-Objektive mit zusätzlichen Zahnkrängen und T-Blenden-Kalibrierung.

Aktuelles

Die Entwicklung bei Cine Lenses zeigt einen Trend richtung spiegellose Systeme mit Autofokus-Funktionen. Sigma erweitert sein Portfolio um spiegellose Cine-Zooms mit AF-Unterstützung, während Hersteller wie Laowa mit der Ranger-Serie kostengünstigere Vollformat-Optionen anbieten. Für kleinere Produktionen werden zunehmend Lite-Versionen etablierter Cine-Objektive entwickelt, die bei reduziertem Gewicht professionelle Bildqualität liefern.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich bevorzuge Kinoobjektive wegen ihrer mechanischen Präzision – der 300°-Fokusring meiner ARRI Signature Primes ermöglicht millimetergenaue Schärfeverlagerungen, die mit Standard-Fotoobjektiven unmöglich wären. Die einheitlichen Gehäusedurchmesser und T-Blenden-Kalibrierung sparen mir täglich Stunden beim Rigging und garantieren konsistente Belichtung über alle Brennweiten.

Regisseur

Kinoobjektive geben mir die kreative Kontrolle, die ich für komplexe Sequenzen brauche – beispielsweise kann ich mit anamorphen Master Anamorphics gezielt emotionale Intimität durch shallow focus erzeugen oder mit dem charakteristischen Cooke-Look die Hautfarben meiner Darsteller wärmer gestalten. Die präzise Fokusführung ermöglicht mir dramaturgisch motivierte Schärfeverlagerungen zwischen Dialogpartnern.

Produzent

Ein Kinoobjektiv-Set kostet 150.000-400.000€, aber die Zeitersparnis am Set rechtfertigt die Investition – keine Nachjustierungen zwischen Takes, standardisierte Workflows und weniger technische Probleme bedeuten zwei zusätzliche Setup-Durchgänge pro Drehtag. Mietkosten liegen bei 800-2.000€ pro Woche je nach Serie.

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