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Arri T12
Licht · Equipment

Arri T12

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Arri T12 ist ein 12000-Watt Fresnel-Scheinwerfer — schweres Tungsten-Gerät für große Studioproduktionen.

Technische Details

Der T12 arbeitet mit einer 12kW-Halogen-Metalldampflampe bei 220V und erreicht eine Farbtemperatur von 3200K. Das Gehäuse aus eloxiertem Aluminium misst 90 x 70 x 80 cm bei einem Gewicht von 45 kg ohne Stativ. Die Fresnel-Linse lässt sich über ein mechanisches Zahnradsystem zwischen Spot- und Flood-Position verstellen. Der Reflektor besteht aus hochreflektierendem, beschichtetem Glas. Für den Betrieb sind 63-Ampere-CEE-Anschlüsse erforderlich. Verfügbare Varianten umfassen den T12 Plus mit verbesserter Lüftung und den T12 SE (Special Edition) mit erweiterten Barndoor-Halterungen.

Geschichte & Entwicklung

Arri führte den T12 1987 als Nachfolger der T10-Serie ein, entwickelt von Chefingenieur Klaus Eder am Münchner Standort. Der Scheinwerfer etablierte sich schnell als Standard für große Filmproduktionen und Fernsehstudios. 1995 folgte die überarbeitete Version T12 Plus mit optimierter Kühlung und reduzierten Betriebsgeräuschen. 2003 ergänzte Arri das Sortiment um moderne LED-Panels, der T12 bleibt jedoch für spezielle Anwendungen relevant, wo hohe Lichtleistung bei warmem Farbspektrum gefordert ist.

Praxiseinsatz im Film

Kameramann Roger Deakins setzte T12-Batterie für die Nachtszenen in "Skyfall" (2012) ein, um die Beleuchtung großflächiger Außensets zu gewährleisten. Die Scheinwerfer eignen sich besonders für Tageslichtausgleich durch Fenster, Bounce-Licht über große Diffusoren und als Grundbeleuchtung in Studios mit hohen Decken. Der stufenlose Fokus ermöglicht präzise Lichtformung ohne Filterwechsel. Nachteile umfassen den hohen Stromverbrauch, die Wärmeentwicklung von bis zu 80°C am Gehäuse und das Gewicht, das mindestens ein Heavy-Duty-Stativ erfordert.

Vergleich & Alternativen

Im Unterschied zum kleineren T5 (5kW) bietet der T12 die dreifache Lichtausbeute bei proportional größerem Abstrahlwinkel. Moderne LED-Alternativen wie der Arri SkyPanel S360-C erreichen ähnliche Lichtmengen bei geringerem Stromverbrauch und variabler Farbtemperatur, können jedoch nicht die punktuelle Intensität des T12 erzielen. HMI-Scheinwerfer wie der Arri M90 produzieren bei gleicher Leistung mehr Lumen, benötigen aber elektronische Vorschaltgeräte. Der T12 bleibt konkurrenzlos bei Anwendungen, die warmes, kontinuierliches Licht mit hoher Intensität erfordern.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Als DoP schätze ich am T12 die absolute Zuverlässigkeit des warmen 3200K-Lichts, das sich nahtlos mit anderen Tungsten-Quellen mischt. Die stufenlose Fokussierung zwischen 12° und 60° gibt mir präzise Kontrolle über Lichtverteilung, besonders bei komplexen Bounce-Setups über 12x12-Diffusoren. Allerdings plane ich bei Innenräumen immer die Wärmeentwicklung mit ein – nach 30 Minuten Vollbetrieb wird jeder Raum spürbar heißer.

Regisseur

Ich nutze die kraftvolle, warme Ausleuchtung des T12 gezielt für emotionale Schlüsselszenen, wo ich Geborgenheit oder Nostalgie transportieren will. Die gleichmäßige Lichtverteilung schafft natürlich wirkende Tageslicht-Atmosphäre durch große Fenster, ohne dass Schauspieler in harte Schatten fallen. Bei Dialogszenen ermöglicht mir der große Abstrahlwinkel, mehrere Personen gleichzeitig auszuleuchten, ohne ständig nachzujustieren.

Produzent

Der T12 bedeutet für mich Planungssicherheit bei großen Nachtdrehs, kostet aber 180 Euro Tagesmiet plus 63A-Stromanschluss. Pro Gerät rechne ich mit zwei Elektrikern für Transport und Setup, da die 45kg nur im Team zu bewegen sind. Die Stromkosten von 12kW/h summieren sich bei 14-Stunden-Drehtagen erheblich, rechtfertigen sich aber durch die Zeitersparnis gegenüber mehreren kleineren Scheinwerfern.

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