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L-Serie
Licht · Begriffe

L-Serie

L-Series
Murnau AI illustration
color temperature flow roll take

L-Serie: Professionelle LED-Scheinwerfer-Familie von ARRI — bietet hohe Lichtleistung bei geringem Stromverbrauch.

Technische Details

Die Grundmodelle basieren auf einem 30x30cm (1x1) oder 60x30cm (2x1) Panel mit 256 bzw. 512 hocheffizienten SMD-LEDs. Die Leuchten erreichen einen CRI-Wert von mindestens 95 und einen TLCI-Wert von 98, wodurch sie broadcast-taugliche Farbwiedergabe gewährleisten. Die Stromaufnahme liegt zwischen 45W (LP1x1) und 200W (LP2x1), bei einer maximalen Lichtausbeute von 40 Lumen pro Watt. Alle Modelle verfügen über DMX-512-Ansteuerung, lokale Bedienelemente und arbeiten lüfterlos bei Betriebstemperaturen bis 40°C.

Geschichte & Entwicklung

Litepanels entwickelte die L-Serie als direkte Antwort auf die Nachfrage nach energieeffizienten Studioleuchten nach dem Übergang zur digitalen Kinoproduktion ab 2010. Das erste Modell LP1x1 wurde 2012 auf der NAB vorgestellt und etablierte den Standard für quadratische LED-Panels. 2014 folgte die Erweiterung um rechteckige Formate, 2016 die Integration von Bluetooth-Steuerung. Seit der Übernahme durch Vitec Group 2017 wurde die Serie um RGBWW-Varianten (Gemini-Linie) erweitert, die zusätzlich farbiges Licht erzeugen können.

Praxiseinsatz im Film

DoPs setzen L-Serie-Panels primär als weiche Führungslichter und zur Aufhellung ein, da die große Leuchtfläche natürlich wirkende Schatten erzeugt. Bei "The Revenant" (2015) nutzte Emmanuel Lubezki LP2x1-Panels zur Simulation von Tageslicht in Innenräumen, kombiniert mit praktischen Lichtquellen. Die lautlose Arbeitsweise macht sie ideal für Dialogszenen und kontinuierliche Takes. Durch die präzise Farbtemperaturanpassung lassen sich verschiedene Tageszeiten ohne Filterung simulieren, was bei "1917" (2019) für die scheinbar endlosen Kamerafahrten essentiell war.

Vergleich & Alternativen

Gegenüber klassischen Fresnel-Scheinwerfern bieten L-Serie-Panels 80% geringere Wärmeentwicklung und 60% niedrigeren Stromverbrauch, jedoch weniger Lichtkonzentration und keine variable Strahlcharakteristik. Konkurrierende Systeme wie die Arri SkyPanel-Serie oder Kino Flo Celeb-Leuchten arbeiten nach ähnlichen Prinzipien, unterscheiden sich aber in Farbumfang und Steuerungsoptionen. Moderne RGBWW-Systeme wie die Astera Titan-Serie ersetzen zunehmend reine Bi-Color-Panels, da sie größere kreative Flexibilität bei nur geringfügig höheren Kosten bieten.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich schätze an der L-Serie besonders die gleichmäßige Lichtverteilung ohne Hotspots, die mir weiche, natürliche Hauttöne ermöglicht. Die stufenlose Farbtemperaturanpassung spart mir Zeit beim Ausleuchten von Mixed-Light-Situationen, wo ich früher mit CTB/CTO-Folien arbeiten musste. Einziger Nachteil ist die begrenzte Reichweite – für harte Lichtführung brauche ich nach wie vor Fresnels.

Regisseur

Die L-Serie gibt mir die Möglichkeit, Stimmungen subtil zu verändern, ohne dass die Crew aufwendig umbauen muss – besonders bei langen Dialogszenen kann ich die Farbtemperatur während des Drehs anpassen lassen. Die weiche Lichtqualität unterstützt natürliche, intime Momente zwischen den Schauspielern. Für dramatischere, expressionistische Beleuchtung reicht mir die Härte aber nicht aus.

Produzent

Eine L-Serie-Grundausstattung kostet etwa 15.000€, amortisiert sich aber durch 70% geringere Stromkosten und wegfallende Folienkosten innerhalb von 18 Monaten. Der Transport ist effizienter – vier LP1x1 ersetzen equipment-technisch zwei 2K-Stufenlinser plus Zubehör. Die geringere Wärmeentwicklung spart mir zusätzlich Klimatisierungskosten in Studios.

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