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ARRI Orbiter
Licht · Equipment

ARRI Orbiter

Murnau AI illustration
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Modulare LED-Spotleuchte mit Quick Lighting Mount (QLM) für austauschbare Optiken (Fresnel, Open Face, Dome), präziser Farbtemperatursteuerung und sechs Farbkanälen (RGBACY) für Filmproduktionen.

Der ARRI Orbiter ist eine modulare LED-Spotleuchte, die erstmals 2020 auf der ISE vorgestellt wurde. Im Gegensatz zu Flächenleuchten ermöglicht das proprietary Quick Lighting Mount (QLM)-System den werkzeuglosen Wechsel zwischen verschiedenen Optics-Modulen innerhalb von Sekunden. Die sechs Farbkanäle (Rot, Grün, Blau, Bernstein, Cyan, Kalk) ermöglichen präzise Farbwiedergabe über das gesamte Spektrum ohne visuelle Farbverschiebung beim Dimmen.

Geschichte & Entwicklung

ARRI kündigte den Orbiter im Februar 2020 auf der ISE in Amsterdam an, die Markteinführung erfolgte im Herbst 2020. Die Entwicklung dauerte vier Jahre und basierte auf ARRIs Erfahrungen mit den SkyPanel-Systemen seit 2015. 2021 folgte die Studio-Version mit verbesserter Kühlung für Dauerbetrieb. Die Orbiter-Familie erweiterte sich 2022 um spezialisierte Optics wie das Lantern-Modul und 2023 um Tube-Extensions für lineare Lichteffekte.

Praxiseinsatz im Film

Christopher Nolan setzte Orbiter bei "Oppenheimer" (2023) für präzise Hautton-Abstimmung in den Trinity-Test-Sequenzen ein. Bei "The Batman" (2022) verwendete DoP Greig Fraser das Dome-Optic für gleichmäßige Gesichtsausleuchtung in Nahaufnahmen. Der Orbiter eignet sich besonders für Run-and-Gun-Produktionen durch das schnelle Optics-Wechselsystem und für Color-Grading-kritische Arbeiten durch die spektrale Präzision. Das leise Lüftersystem ermöglicht Tonaufnahmen in unmittelbarer Nähe.

Vergleich & Alternativen

Gegenüber dem ARRI SkyPanel S60-C bietet der Orbiter höhere Lichtausbeute bei kompakterem Format, aber geringere maximale Leuchtfläche. Das Aputure Nova P300c erreicht ähnliche Lichtleistung zu niedrigerem Preis, jedoch ohne das modulare Optics-System. Litepanels Gemini 2x1 punktet bei großflächiger Ausleuchtung, der Orbiter bei punktgenauer Lichtformung. Für Budgetproduktionen mit statischer Beleuchtung genügen günstigere Panel-LEDs, für flexible Set-Beleuchtung mit häufigen Umbauten rechtfertigt der Orbiter die Investition durch Zeitersparnis.

Technische Daten

EigenschaftWert
Abmessungen (ohne Optics)38 × 35 × 27 cm
Gewicht (ohne Optics)8,4 kg
LED-ChipARRI Proprietary (6-Kanal RGBACL)
FarbkanäleRot, Grün, Blau, Bernstein, Cyan, Kalk
Leistungsaufnahme400 W nominal, 500 W max.
Farbtemperaturbereich2800K–6500K
CRI98+
TLCI98+
Dimmung0–100% stufenlos
SteuerungDMX, sACN, WiFi, ARRI LiOS App
SchutzklasseIP21

QLM-Optik-Module

Fresnel-Linsen (15°, 30°, 60°), Open Face Reflektoren, Dome-Diffusoren (S/M/L), Lantern-Modul, Tube-Extensions

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich schätze am Orbiter besonders die spektrale Konsistenz – ich kann von 2800K bis 6500K durchziehen, ohne dass sich der Magenta-Green-Shift ändert, wie bei vielen anderen LEDs. Das QLM-System spart mir täglich 30-40 Minuten beim Rigging, weil ich Optics ohne Werkzeug wechseln und das gesamte Head um 360° drehen kann. Die ARRI LiOS App gibt mir präzise Kontrolle über Dimmer-Kurven, was bei kritischen Fahrten entscheidend ist.

Regisseur

Der Orbiter ermöglicht mir subtile Stimmungsänderungen während des Drehs, ohne dass die Crew Equipment umbauen muss – von warmem Kerzenlicht bis zu kaltem Mondschein in Sekunden. Ich kann spontan mit farbigen Akzenten experimentieren, die über Standard-Folien hinausgehen, besonders in emotionalen Szenen. Die leise Arbeitsweise erlaubt mir, das Licht näher an die Schauspieler zu setzen, ohne den Ton zu beeinträchtigen.

Produzent

Ein Orbiter kostet zwar 8.500 Euro in der Grundausstattung, amortisiert sich aber durch verkürzte Setup-Zeiten – das kann bei einer 30-Tage-Produktion zwei Drehtage einsparen. Die modularen Optics reduzieren den Transportaufwand um etwa 40% gegenüber separaten Tungsten- und HMI-Leuchten. Der niedrige Stromverbrauch senkt die Generator-Kosten bei Location-Drehs erheblich, besonders in städtischen Gebieten mit begrenzter Stromversorgung.

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