Technische Details
ARRIs aktuelle ALEXA-Kameraserie arbeitet mit ALEV III CMOS-Sensoren in Super 35mm-Format (23,76 x 13,41 mm) und erreicht eine Auflösung von 3414 x 2198 Pixeln bei 14 Blendenstufen Dynamikumfang. Die ALEXA LF verwendet einen Vollformatsensor (36,70 x 25,54 mm) mit 4448 x 3096 Pixeln. ARRIs proprietäres ARRIRAW-Format speichert unkomprimierte 12-bit-Bilddaten mit bis zu 150 fps bei 2K-Auflösung. Das Unternehmen fertigt außerdem Master Prime-Objektive mit T1.3-Lichtstärke und SkyPanel LED-Leuchten mit 2800K bis 10000K Farbtemperaturbereich.
Geschichte & Entwicklung
August Arnold und Robert Richter gründeten das Unternehmen 1917 in München als Reparaturwerkstatt für Kinoapparate. 1924 folgte die erste eigene Kamera, die ARRI I. Die legendäre Arriflex 35 (1937) etablierte das Spiegelreflexsucher-System und revolutionierte die mobile Filmproduktion. 1972 erschien die modulare Arriflex 35BL mit verbesserter Geräuschdämpfung. Der Übergang zur Digitaltechnik begann 2010 mit der ALEXA, die innerhalb von drei Jahren über 80% Marktanteil in Hollywood erreichte. 2018 führte ARRI die ALEXA LF ein und erweiterte 2019 das Portfolio um die kompakte ALEXA Mini LF.
Praxiseinsatz im Film
ARRI-Kameras kommen in 90% aller Hollywood-Blockbuster zum Einsatz. "Skyfall" (2012) war einer der ersten großen Filme, die vollständig mit der digitalen ALEXA gedreht wurden. Christopher Nolan verwendete für "Dunkirk" (2017) eine Mischung aus ALEXA 65 und IMAX-Filmkameras. Der typische Workflow umfasst die Aufzeichnung in ARRIRAW oder ProRes, Farbkorrektur über ARRIs Look Files und Ausgabe in verschiedenen Kinoformaten. Die warme Farbwiedergabe und der hohe Dynamikumfang ermöglichen natürliche Hauttöne auch bei schwierigen Lichtverhältnissen.
Vergleich & Alternativen
ARRI konkurriert hauptsächlich mit RED Digital Cinema (kompressionsbasierte RAW-Formate, höhere Auflösungen) und Sony (Venice-Serie mit Dual-Base-ISO). Während RED auf maximale Auflösung setzt, priorisiert ARRI die Bildqualität bei etablierten Formaten. Blackmagic Design und Canon bedienen den unteren Marktbereich. ARRIs Stärke liegt in der Systemintegration: Kameras, Objektive, Beleuchtung und Zubehör stammen aus einer Hand und sind optimal aufeinander abgestimmt.
Aktuelles
ARRI-Beleuchtungstechnik bleibt auch in der digitalen Ära ein Standard der professionellen Filmproduktion. Die HMI-Scheinwerfer des Unternehmens, wie der 1200W HMI, werden weiterhin in kleinen wie großen Produktionen eingesetzt und zeigen ARRIs anhaltende Bedeutung nicht nur im Kamerabereich, sondern auch in der Beleuchtungstechnik.
Aktuelles
Die ARRI Alexa Mini LF etabliert sich zunehmend als vielseitige Kamera für verschiedene Formate, einschließlich IMAX-Produktionen im 1.43:1-Verhältnis. Filmemacher nutzen die Kamera erfolgreich in Kombination mit Signature Primes für professionelle Kurzfilme und experimentelle Projekte. Die kompakte Bauweise der Mini LF ermöglicht dabei flexible Einsatzmöglichkeiten von Independent-Produktionen bis hin zu großformatigen Kinofilmen.
Aktuelles
In aktuellen Produktionen zeigt sich die Vielseitigkeit des ARRI-Ökosystems: Die Alexa Mini wird häufig in Verbindung mit klassischen Objektiven wie den sowjetischen Lomo Super Speeds eingesetzt, die den digitalen Sensoren einen charakteristischen analogen Look verleihen. Gleichzeitig erweitert ARRI sein Objektivportfolio kontinuierlich - die Signature-Serie umfasst mittlerweile auch extreme Teleobjektive wie das 65-300mm, das für anspruchsvolle Zoom-Aufnahmen konzipiert wurde.