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Orbiter
Licht · Equipment

Orbiter

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LED-Scheinwerferserie von ARRI mit austauschbaren Optiken — bietet RGB-Farbmischung und präzise Lichtsteuerung per App.

Definition

Der Orbiter ist ein hochleistungsstarkes LED-Beleuchtungssystem mit einer kreisförmigen Anordnung von 378 LED-Chips um eine zentrale 240mm-Apertur. Das System erzeugt eine Lichtleistung von bis zu 160.000 Lumen bei einer Farbtemperatur von 3200K bis 6500K und erreicht einen CRI-Wert von über 95. Der Begriff leitet sich von der orbitalen Anordnung der LED-Module ab, die wie Satelliten um eine zentrale Achse kreisen.

Technische Details

Der Orbiter besteht aus einem 420mm durchmessenden Grundkörper mit abnehmbaren LED-Modulen, die einzeln steuerbar sind. Die maximale Leistungsaufnahme beträgt 1.400 Watt bei 90-240V Eingangsspannung. Das System bietet 8-Bit- und 16-Bit-DMX-Steuerung mit individueller Zonenkontrolle für jeden der sechs LED-Ringe. Die Farbtemperatur lässt sich in 100K-Schritten verstellen, während die Magenta/Grün-Korrektur einen Bereich von ±50 CC abdeckt. Spezialversionen wie der Orbiter Blue/Red erweitern das Spektrum für Chroma-Key-Anwendungen auf 440nm bis 660nm Wellenlänge.

Geschichte & Entwicklung

Das belgische Unternehmen Arri führte den ersten Orbiter 2014 als Antwort auf die wachsende Nachfrage nach tageslichtstarken LED-Systemen ein. Die Entwicklung dauerte vier Jahre und kostete 2,8 Millionen Euro. 2017 folgte der kompaktere SkyPanel als Ergänzung, während 2019 die Orbiter-Serie um die Tube-Varianten erweitert wurde. 2021 integrierte Arri die Web Remote Control für drahtlose Steuerung über Standard-Netzwerke.

Praxiseinsatz im Film

In "Blade Runner 2049" (2017) nutzte Kameramann Roger Deakins vier Orbiter-Systeme für die Szenen im Wallace-Gebäude, um die charakteristische orangefarbene Beleuchtung zu erzeugen. Die Netflix-Serie "Stranger Things" setzt seit der dritten Staffel Orbiter für die Upside-Down-Sequenzen ein, da sich die Farbtemperatur präzise an die praktischen Lampen anpassen lässt. Der Workflow erfordert einen Dimmer-Operator am Board, da die 16-Bit-Auflösung feinste Helligkeitsabstufungen ohne Flackern ermöglicht. Nachteilig sind das Gewicht von 18kg und der Stromverbrauch, der mobile Akkusysteme nach 45 Minuten Vollast erschöpft.

Vergleich & Alternativen

Während das SkyPanel S120-C mit 120x30cm eine rechteckige Lichtverteilung bietet, erzeugt der Orbiter durch seine kreisförmige Apertur natürlichere Augenlicht-Reflexe. Das konkurrierende LiteGear LiteMat Plus erreicht nur 60.000 Lumen bei gleichem Stromverbrauch. Für Budgetproduktionen bieten Aputure Nova P300c oder Falcon Eyes RX-36TDX ähnliche Farbkontrolle bei einem Drittel der Anschaffungskosten, jedoch ohne die präzise Zonensteuerung des Orbiter-Systems.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich schätze am Orbiter besonders die gleichmäßige Lichtverteilung ohne Hotspots und die präzise Farbtemperaturkontrolle, die mir erlaubt, verschiedene Tageszeiten ohne Folienfilter zu simulieren. Die 16-Bit-DMX-Auflösung gibt mir butterweiche Dimm-Kurven, die selbst bei 120fps-Aufnahmen flackerfrei bleiben. Allerdings brauche ich für Mobile-Setups immer einen Generator, da die Akkus zu schnell leer sind.

Regisseur

Der Orbiter ermöglicht mir subtile Stimmungswechsel während einer Szene durch nahtlose Farbtemperaturübergänge von Morgen- zu Abendlicht. Besonders wertvoll ist die Möglichkeit, einzelne LED-Ringe zu dimmen und so asymmetrische Lichtverteilungen zu schaffen, die Charaktere emotional unterstützen. Die kreisförmige Catchlight-Reflexion in den Augen der Darsteller wirkt natürlicher als rechteckige Panel-Reflexe.

Produzent

Ein Orbiter kostet 12.000 Euro Kaufpreis oder 180 Euro Tagesmiete, was sich bei längeren Drehs ab 65 Drehtagen amortisiert. Der Stromverbrauch von 1,4kW erfordert 32A-CEE-Anschlüsse, was die Locationauswahl einschränkt und zusätzliche Generatorkosten verursacht. Dafür spare ich täglich zwei Stunden Setup-Zeit gegenüber konventionellen HMI-Systemen mit Farbfolien und separaten Dimmern.

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