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Very Wide Shot
Kamera · Begriffe

Very Wide Shot

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Very Wide Shot is a technique in filmmakingtography.

Technische Details

Bei Standard-Kinoleinwandformat (2,35:1) entspricht eine Weite Totale einem horizontalen Bildwinkel von 28-50°, abhängig von der verwendeten Brennweite zwischen 14-35mm (Vollformat-Äquivalent). Die Schärfentiefe erstreckt sich typischerweise von 3 Metern bis unendlich bei Blende f/8. Moderne Digitalkameras wie die ARRI Alexa Mini LF erfassen dabei eine Bildbreite von bis zu 200 Metern in 100 Meter Entfernung. Drei Hauptvarianten unterscheiden sich durch ihre Funktion: die Establishing Shot zur Szeneneinführung, die Extreme Wide Shot für maximale Weiträumigkeit und die Environmental Shot zur Betonung der Naturgewalt.

Geschichte & Entwicklung

D.W. Griffith führte 1915 in "The Birth of a Nation" systematisch weite Einstellungen zur Schlachtendarstellung ein, womit er den Grundstein für die dramaturgische Nutzung legte. John Ford perfektionierte ab 1939 mit "Stagecoach" die Weite Totale als Signature-Element des Western-Genres im Monument Valley. Die Einführung von Panavision-Objektiven 1954 erweiterte die horizontale Erfassung um 40% gegenüber dem Academy-Format. Steadicam-Technologie ermöglichte ab 1976 fließende Bewegungen in weiten Einstellungen, während moderne Drohnen seit 2010 völlig neue Perspektiven eröffneten.

Praxiseinsatz im Film

Terrence Malick verwendet in "The Revenant" (2015) durchgehend 14mm-Objektive für immersive Landschaftsaufnahmen, die Leonardo DiCaprio als winzigen Punkt in der kanadischen Wildnis zeigen. Ridley Scott inszenierte in "Lawrence of Arabia" die berühmte Kamelkarawanen-Sequenz mit 70mm-Film und 50mm-Objektiv aus 800 Meter Entfernung. Die Einstellung erfordert präzise Lichtverhältnisse, da Kontrastumfang zwischen Himmel und Landschaft oft 8-12 Blendenstufen erreicht. Moderne Color Grading kann diese Differenz durch HDR-Workflows auf 6 Blendenstufen komprimieren.

Vergleich & Alternativen

Die Totale zeigt Menschen als erkennbare Vollgestalten (25-30% Bildhöhe), während die Weite Totale sie zu Orientierungspunkten reduziert. Halbtotale erfasst Personen von Kopf bis Knie, Detail-Aufnahmen konzentrieren sich auf Körperteile. Moderne IMAX-Kameras mit 1,43:1-Format bieten 40% mehr vertikale Bildinformation als Standard-Digital-Formate. Virtual Production mit LED-Walls ersetzt zunehmend aufwendige Location-Drehs für weite Einstellungen, reduziert dabei aber die natürliche Lichtdynamik um etwa 2 Blendenstufen.

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