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ARRI Trinity
Kamera · Begriffe

ARRI Trinity

Murnau AI illustration
arri flow para roll take

Dreiachsiges Stabilisierungssystem von ARRI für körpergetragene Aufnahmen — kombiniert Gimbal-Technik mit ergonomischem Tragesystem.

Technische Details

Das Trinity wiegt betriebsbereit 8,5 kg und verfügt über ein mechanisches Gimbal mit präzisionsgefertigten Carbonarmen. Die Stabilisierung erfolgt über drei bürstenlose Motoren mit 32-Bit-Encodern, die eine Genauigkeit von 0,02° erreichen. Das System unterstützt ARRI-Kameras ab ALEXA Mini bis zur ALEXA 35, sowie RED-, Sony- und Canon-Modelle entsprechender Gewichtsklasse. Die integrierte Wireless Video Unit (WVU-1) überträgt 1080p-Video latenzfrei über 5,8 GHz. Der austauschbare Akku bietet 2,5 Stunden Laufzeit, das System erreicht Bewegungsgeschwindigkeiten bis 200°/s bei einer Arbeitsdistanz von bis zu 100 Metern.

Geschichte & Entwicklung

ARRI stellte das Trinity 2018 auf der NAB vor als Antwort auf die wachsende Nachfrage nach vielseitigeren Stabilisierungslösungen. Die Entwicklung begann 2015 unter der Leitung von ARRI-Ingenieur Marc Shipman-Mueller, der zuvor an der ALEXA-Serie gearbeitet hatte. 2019 folgte das Trinity 2 mit verbesserter Motorsteuerung und erweiterter Kamerakompatibilität. Das aktuelle Trinity 2 Stabilized Remote Head aus 2021 integriert zusätzlich Funktionen für Crane- und Dolly-Montage, womit ARRI das System zur modularen Plattform erweiterte.

Praxiseinsatz im Film

Das Trinity kam prominent in "1917" (2019) zum Einsatz, wo es die berühmten One-Shot-Sequenzen durch Schützengräben ermöglichte – eine Aufnahmetechnik, die weder mit Steadicam noch herkömmlichen Gimbals realisierbar gewesen wäre. In "The Batman" (2021) nutzte Kameramann Greig Fraser das Trinity für dynamische Verfolgungsszenen, bei denen der Operator zu Fuß beginnt und nahtlos an ein Fahrzeug übergibt. Der Workflow erfordert einen zweiköpfigen Crew aus Operator und Focus Puller, wobei die Fernsteuerung präzise Kamerabewegungen auch in unzugänglichen Bereichen ermöglicht.

Vergleich & Alternativen

Gegenüber dem Steadicam bietet das Trinity höhere Traglast und Remote-Funktionalität, ist jedoch weniger unauffällig und schwerer. Reine Motorized Gimbals wie der DJI Ronin 2 sind günstiger, erreichen aber nicht die mechanische Präzision des Trinity bei schnellen Bewegungen. Das MōVI Pro konkurriert direkt, verfügt jedoch über keine vergleichbare Integration in ARRIs Ecosystem. Für Budgets unter 100.000 Euro Kameramiete greifen Produktionen meist zu Ronin-Alternativen, während High-End-Projekte das Trinity für technisch anspruchsvolle Sequenzen bevorzugen.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Als DoP schätze ich beim Trinity die mechanische Grundstabilisierung, die auch bei Motorausfall funktioniert – das gab mir bei den komplexen Oners in unserem letzten Thriller die nötige Sicherheit. Die präzise Gewichtsverteilung ermöglicht mir organische Handheld-Bewegungen ohne das typische Gimbal-"Floating", und der latenzfreie Monitor lässt mich auch bei Remote-Fahrten die Bildkomposition kontrollieren.

Regisseur

Mit dem Trinity kann ich fließend zwischen intimen Handheld-Momenten und kinematischen Crane-Bewegungen wechseln, ohne die emotionale Kontinuität zu brechen. Die Möglichkeit, den Operator durch unmögliche Räume zu schicken – unter Autos hindurch, durch enge Fenster – eröffnet mir narrative Perspektiven, die das Publikum direkt in die Handlung hineinziehen.

Produzent

Das Trinity kostet 2.800 Euro Tagesmiete plus Operator, rechnet sich aber durch Zeitersparnis gegenüber aufwändigen Dolly-Setups. Bei unserem 40-Drehtage-Projekt sparte es uns geschätzt fünf Drehtage ein, da komplexe Bewegungen in einem Take möglich waren statt in drei separaten Einstellungen mit unterschiedlichen Rigs.

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