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ARRI cforce
Kamera · Begriffe

ARRI cforce

Murnau AI illustration
arri flow para roll take

Drahtloser Motorantrieb von ARRI für präzise Fokus-, Zoom- und Blendensteuerung an Kinoobjektiven per Funkfernbedienung.

Technische Details

Der cforce motor wiegt 490 Gramm und misst 96 × 76 × 58 mm. Das Getriebe arbeitet mit einem Übersetzungsverhältnis von 1:156 und erreicht Geschwindigkeiten von 1 bis 360°/Sekunde. Der Motor verfügt über integrierte Encoder mit 18-Bit-Auflösung und unterstützt 12V- und 24V-Spannungsversorgung. Das System erkennt automatisch Objektivtypen durch LDS-2-Kommunikation (Lens Data System) und kann bis zu 32.000 Fokuspositionen speichern. Der Betriebstemperaturbereich liegt zwischen -20°C und +55°C.

Der cforce plus bietet zusätzlich LBUS-Konnektivität und erweiterte Torque-Modi für schwere Cine-Objektive. Beide Varianten arbeiten mit einem Geräuschpegel unter 25 dB(A) in einem Meter Entfernung.

Geschichte & Entwicklung

ARRI stellte das cforce-System 2016 als Nachfolger des cforce mini vor, um den steigenden Anforderungen digitaler Kinoproduktionen gerecht zu werden. Die Entwicklung erfolgte parallel zur ALEXA Mini und zielte auf kompakte, modulare Kamera-Rigs ab. 2018 folgte der cforce plus mit erweiterter Kompatibilität für Third-Party-Systeme.

Das System entstand aus der Notwendigkeit, Handkamera-Setups und komplexe Gimbal-Konfigurationen zu unterstützen, ohne die Präzision traditioneller Follow-Focus-Systeme zu verlieren.

Praxiseinsatz im Film

Der cforce ermöglicht manuelles Focusing über Handräder und vollautomatisierte Fokus-Pulls durch programmierbare A/B-Punkte. Bei "Blade Runner 2049" (2017) nutzte Roger Deakins das System für präzise Fokusverschiebungen in komplexen Steadicam-Sequenzen. Die automatische Lens-Mapping-Funktion reduziert Setup-Zeiten erheblich, da keine manuelle Kalibrierung erforderlich ist.

Das System unterstützt Multicam-Produktionen durch synchrone Steuerung mehrerer Motoren über das Hi-5 Hand Unit. Besonders bei Available-Light-Drehs bewährt sich die geräuscharme Arbeitsweise des bürstenlosen Motors.

Vergleich & Alternativen

Im Gegensatz zu traditionellen Follow-Focus-Systemen bietet der cforce vollständige Integration in ARRIs Ökosystem mit automatischer Metadaten-Übertragung. Preston FIZ-Systeme erreichen vergleichbare Präzision, erfordern jedoch separate Funkstrecken. Tilta-Motoren bieten günstigere Alternativen für Budget-Produktionen, erreichen aber nicht die Auflösung des cforce-Systems.

Der RT Motion FIZ bleibt Standard für High-End-Produktionen mit komplexen Multi-Axis-Anforderungen, während der cforce optimal für ARRI-basierte Workflows mit mittleren bis großen Budgets geeignet ist.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich schätze besonders die nahtlose Integration mit meinen ALEXA-Kameras und die präzise Reproduzierbarkeit von Fokus-Pulls zwischen verschiedenen Takes. Das automatische Lens-Mapping spart mir täglich mindestens 30 Minuten Setup-Zeit, und die geräuscharme Arbeitsweise ermöglicht mir auch bei Dialog-Szenen aktives Focusing ohne Soundprobleme.

Regisseur

Der cforce gibt mir die Flexibilität, spontan zwischen verschiedenen Fokusebenen zu wechseln und komplexe Storytelling-Momente durch präzise Schärfeverlagerungen zu verstärken. Die programmierbare A/B-Funktion ermöglicht mir wiederholbare, emotionale Fokus-Pulls, die ich genau auf die Schauspielperformance abstimmen kann.

Produzent

Das System rentiert sich durch reduzierte Setup-Zeiten und weniger Wiederholungen aufgrund unpräziser Fokussierung - das spart mir durchschnittlich 45 Minuten pro Drehtag. Die Anschaffungskosten von etwa 4.500 Euro amortisieren sich bei mittleren Produktionen innerhalb von zwei Projekten durch eingesparte Kameraassistenten-Stunden.

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