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Solid
Licht · Equipment

Solid

Murnau AI illustration
18x24 flag 24x36 flag flag french flag top flag 4x4 floppy floppy cut

Lichtundurchlässiger Abschatter aus schwarzem Stoff oder Molton — schneidet Licht vollständig ab und verhindert Streulicht.

Technische Details

Professionelle Solids bestehen aus schwarzem Molton (300-500 g/m²), Duvetyne oder speziellen Lichtschutzgeweben mit einer Lichtdurchlässigkeit von 0%. Standard-Größen reichen von 18x24 Zoll (45x60 cm) bis zu 20x20 Fuß (6x6 m) für große Overhead-Rigs. Moderne Solids verwenden oft doppellagige Konstruktionen mit schwarzer Vorderseite und silberner oder weißer Rückseite als Reflektor. Die Materialien sind flammhemmend nach B1-Norm und temperaturbeständig bis 200°C. Rahmen-Solids (Flags) werden in rechteckigen Stahlrahmen gespannt, während Overhead-Solids als Butterfly-Rigs oder auf T-Bone-Konstruktionen montiert werden.

Geschichte & Entwicklung

Solids entwickelten sich in den 1920er Jahren aus den schwarzen Theatervorhängen der frühen Filmstudios. Die Firma Matthews Studio Equipment führte 1935 die ersten standardisierten Flag-Größen ein. Mit dem Übergang zur Farbfotografie in den 1950er Jahren wurde die präzise Lichtkontrolle kritischer, was zur Entwicklung spezieller Filmgewebe führte. Moderne Solids aus Ripstop-Nylon und verstärkten Säumen etablierten sich ab den 1980er Jahren als Standard.

Praxiseinsatz im Film

Roger Deakins setzte in "1917" großflächige 12x12-Fuß-Solids ein, um bei den Schützengraben-Szenen hartes Tageslicht zu kontrollieren und dramatische Kontraste zu schaffen. Bei Innenaufnahmen blockieren kleine Flags (Fingers, Dots) gezielt Lichtquellen oder schaffen präzise Schattenmuster auf Gesichtern. Cinematographer Emmanuel Lubezki nutzt Solids systematisch, um bei natürlichem Licht einzelne Bildbereiche abzudunkeln und die Aufmerksamkeit zu lenken. Große Overhead-Solids ermöglichen Außenaufnahmen auch bei grellem Sonnenlicht, indem sie konsistente Lichtverhältnisse schaffen.

Vergleich & Alternativen

Während Nets das Licht reduzieren (Single Net = 1 Blende, Double Net = 2 Blenden) und Silks es diffundieren, blockieren Solids vollständig. Scrims reduzieren Lichtintensität um definierte Werte, Solids schaffen absolute Dunkelheit. Digitale Nachbearbeitung kann Solids nicht vollständig ersetzen, da die Lichtrichtung und Schattenqualität am Set entstehen muss. Moderne LED-Panels mit präziser Dimm-Kontrolle reduzieren den Solid-Bedarf bei kleinen Setups, für Tageslicht-Aufnahmen bleiben physische Abschattungen unverzichtbar.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich nutze Solids für präzise Lichtkontrolle – ein 4x4-Fuß-Solid über dem Interviewpartner gibt mir konsistentes, weiches Licht ohne harte Schatten im Gesicht. Bei Available Light kann ich mit einem 12x12-Overhead-Solid die Belichtung um 3-4 Blenden reduzieren und trotzdem die natürliche Lichtrichtung beibehalten, was digital nie so authentisch wirkt.

Regisseur

Solids helfen mir, Stimmungen visuell zu verstärken – scharfe Schattenkanten durch kleine Flags können Spannung erzeugen, während große Overheads die Atmosphäre von grellem Tageslicht zu gedämpftem Drama verwandeln. Ich kann damit gezielt Bildbereiche abdunkeln und den Blick des Zuschauers lenken, ohne dass es künstlich wirkt.

Produzent

Ein komplettes Solid-Set kostet 8.000-15.000 Euro, aber die Zeitersparnis am Set rechtfertigt die Investition – statt stundenlanger Wartezeit auf optimales Licht kann die Crew sofort drehen. Bei Außenaufnahmen reduzieren Solids wetterbedingte Drehtage und damit Mehrkosten, allerdings brauche ich für große Overheads zusätzliche Grip-Trucks und erfahrene Beleuchter.

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