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Floppy
Licht · Equipment

Floppy

Murnau AI illustration
18x24 flag 24x36 flag flag french flag top flag 4x4 floppy cut cutter

Flexibler schwarzer Stoff-Abschatter an ausziehbarem Rahmen — lässt sich beliebig formen und positionieren.

Technische Details

Der Rahmen besteht aus leichtem Aluminium oder Kohlefaser mit einem Gewicht von 0,8-1,5 kg je nach Größe. Der Stoff ist typischerweise aus mattschwarzem Duvetyne oder Commando Cloth gefertigt, das 99,5% des auftreffenden Lichts absorbiert. Der Klappmechanismus ermöglicht eine Zusammenfaltung auf etwa 30% der Originalgröße. Größere Varianten (48x48 Zoll, 122x122 cm) verwenden verstärkte Eckverbindungen mit Federstahl-Elementen. Die Stoffspannung lässt sich über Klettverschlüsse oder Ösen justieren.

Geschichte & Entwicklung

Floppys entwickelten sich in den 1970er Jahren aus den starren Flags der Studiozeit, als mobile Filmproduktionen flexiblere Lösungen benötigten. Matthews Studio Equipment führte 1978 das erste serienmäßige Floppy-System ein. 1985 erweiterte Chimera das Konzept um schnellere Aufbaumechanismen. Moderne LED-Beleuchtung verstärkte seit 2010 die Bedeutung präziser Lichtformung, da punktuelle LED-Quellen härtere Schatten erzeugen.

Praxiseinsatz im Film

Bei "Blade Runner 2049" (2017) setzte Roger Deakins systematisch 24x36-Zoll-Floppys ein, um das harte Neonlicht zu modellieren. Typischer Workflow: Positionierung 0,5-2 Meter vor dem Motiv, Ausrichtung über den eingebauten Schwenkarm. Vorteil: schneller Auf- und Abbau (unter 60 Sekunden), geringes Transportvolumen. Nachteil: Windanfälligkeit bei Außenaufnahmen ab Windstärke 3, begrenzte Größe im Vergleich zu fest bespannten Rahmen.

Vergleich & Alternativen

Floppys unterscheiden sich von Flags durch die flexible Stoffbespannung und von Cutters durch die vollständige Lichtabsorption statt Diffusion. Solid Flags bieten größere Dimensionen, sind aber transportintensiver. Digital Intermediate Grading kann ähnliche Effekte erzielen, jedoch ohne die natürliche Lichtmodellierung am Set. Bei budgetbegrenzten Produktionen ersetzen DIY-Lösungen mit PVC-Rohren und Molton zunehmend kommerzielle Systeme.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich verwende Floppys hauptsächlich zur präzisen Schattensetzung bei Gesichtern – ein 18x24er positioniert 80 cm links der Kamera eliminiert störende Spiegelungen in den Augen. Die flexible Stoffbespannung ermöglicht subtile Schattenverläufe, die mit starren Flags nicht erreichbar sind.

Regisseur

Floppys helfen mir dabei, Charaktere visuell zu isolieren und emotionale Zustände zu unterstreichen. Wenn ich einen Protagonisten in innerer Zerrissenheit zeige, lasse ich gezielt Schatten über eine Gesichtshälfte fallen – der Floppy formt dabei weichere, organischere Übergänge als harte Kanten.

Produzent

Ein Floppy-Set kostet 300-600 Euro, spart aber täglich 20-30 Minuten Aufbauzeit gegenüber starren Alternativen. Bei 25 Drehtagen rechnet sich die Anschaffung über eingesparte Crew-Stunden, außerdem reduziert das kompakte Packmaß die Transportkosten erheblich.

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