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Flag
Licht · Equipment

Flag

Flag / Cutter / Solid
Murnau AI illustration
18x24 flag 24x36 flag french flag top flag 4x4 floppy floppy cut cutter

Ein Flag ist ein lichtundurchlässiges, schwarzes Tuch auf einem Rahmen.

Technische Details

Flags werden in standardisierten Größen hergestellt: 12×18 Zoll (30×46 cm), 18×24 Zoll (46×61 cm), 24×36 Zoll (61×91 cm) und 4×4 Fuß (122×122 cm). Der Rahmen besteht aus eloxiertem Aluminium mit einer Materialstärke von 8-12 mm. Flags unterscheiden sich von Cutters durch ihr vollständig lichtundurchlässiges Material, während Cutters teilweise transparente oder transluzente Bereiche aufweisen. Solids bezeichnen größere, starre Platten aus Sperrholz oder Kunststoff, die für großflächige Abschattungen verwendet werden. Die Befestigung erfolgt über C-Stands oder Grip-Heads mit 5/8-Zoll-Zapfen.

Geschichte & Entwicklung

Flags entstanden in den 1920er Jahren in den Hollywood-Studios als Weiterentwicklung der Theater-Kulissen. Die ersten Exemplare bestanden aus schwerem Canvas-Stoff auf Holzrahmen. 1935 führte Mole-Richardson die ersten standardisierten Metallrahmen ein. In den 1960er Jahren etablierten sich die heute üblichen Größenstandards durch die American Society of Cinematographers. Moderne Flags verwenden flammhemmende Materialien nach NFPA-701-Standard und wiegen durch Aluminium-Leichtbauweise 60% weniger als frühere Modelle.

Praxiseinsatz im Film

Flags kontrollieren Schlagschatten und verhindern Lens Flares durch präzise Lichtführung. In "Blade Runner 2049" (2017) verwendete DoP Roger Deakins zahlreiche 4×4-Flags zur Abschattung der Neonlichter in den Straßenszenen. Bei Porträts erzeugen 18×24-Flags harte Schattenkanten für dramatische Lichtführung. Der typische Workflow umfasst die Positionierung der Flag zwischen Lichtquelle und Motiv, wobei der Abstand zur Lichtquelle die Härte der Schattenkante bestimmt. Flags ermöglichen millimetergenaue Lichtkontrolle ohne Intensitätsverlust.

Vergleich & Alternativen

Flags unterscheiden sich von Diffusoren durch ihre vollständige Lichtblockierung ohne Streuung. Barn Doors an Scheinwerfern bieten weniger präzise Kontrolle und erzeugen weichere Kanten. Moderne LED-Panels mit eingebauter Flag-Funktion ersetzen zunehmend separate Flags bei kleineren Produktionen. Digitale Abschattung in der Postproduktion kann physische Flags nicht vollständig ersetzen, da sie keine Kontrolle über Reflexionen und Umgebungslicht bietet. Bei Außenaufnahmen werden 12×12-Fuß-Overheads gegenüber einzelnen Flags bevorzugt.

Aktuelles

In Online-Communities wie r/cinematography wird regelmäßig diskutiert, dass vor allem Fotografen alle lichtmodifizierenden Hilfsmittel – Diffusion, Bounce-Material, Flags und Scrims – pauschal als 'Scrims' bezeichnen. Diese terminologische Unschärfe führt zu Verwechslungen mit dem gleichnamigen, aber funktional völlig anderen Scrim der Beleuchtungstechnik. Die Unterscheidung zwischen Flag (lichtblockierend), Diffusor (lichtstreuend) und Scrim (lichtreduzierend) bleibt in professionellen Filmproduktionen jedoch klar definiert.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich setze Flags millimetergenau ein, um harte Lichtschnitte zu erzeugen und unerwünschte Reflexionen in der Linse zu verhindern. Der Abstand zwischen Flag und Lichtquelle bestimmt, ob ich scharfe oder leicht weiche Schattenkanten erhalte – bei 2 Metern Abstand zur 2K-Leuchte bekomme ich die perfekte Definition für Porträts.

Regisseur

Flags helfen mir, die emotionale Wirkung einer Szene durch gezielte Verschattung zu verstärken – halb beleuchtete Gesichter für Zweifel, harte Schatten für Bedrohung. In Verhörszenen lasse ich bewusst eine Flag das Licht vom Verdächtigen fernhalten, während der Kommissar im vollen Licht steht.

Produzent

Ein Standard-Flag-Set kostet 800-1200 Euro und ist über Jahre hinweg einsetzbar, während speziellere Lösungen wie motorisierte Blenden das Zehnfache kosten. Flags sparen mir täglich 30-45 Minuten Setup-Zeit gegenüber komplexeren Diffusions-Setups und benötigen nur einen Grip statt eines ganzen Teams.

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