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Rotolight
Hersteller

Rotolight

Murnau AI illustration
color temperature flow roll roto take

Britischer Hersteller von LED-Leuchten mit eingebauten HSV-Farbfiltern — bekannt für ringförmige Designs und Smartphone-Integration.

Technische Details

Die Rotolight AEOS (Flaggschiff-Modell) integriert 342 einzelne LEDs mit einer Gesamtleistungsaufnahme von 95 Watt bei 14,8V Nennspannung. Das Gerät misst 330mm im Durchmesser bei 85mm Tiefe und wiegt 2,2kg. Die Farbwiedergabe erreicht CRI 96+ und TLCI 91+. Kleinere Modelle wie das NEO 2 arbeiten mit 85 LEDs bei 30 Watt Leistungsaufnahme. Alle Geräte verfügen über DMX-Steuerung, eingebaute Akkus mit 2-4 Stunden Laufzeit und iOS/Android-Apps zur Fernsteuerung. Die Abstrahlcharakteristik liegt bei 50° Halbwertswinkel ohne Zubehör.

Geschichte & Entwicklung

Rotolight wurde 2009 von Rod Aaron Gammons in Großbritannien gegründet, nachdem er Limitierungen herkömmlicher Ringlichter bei Interviews erkannt hatte. Das erste Rotolight R90 erschien 2011 mit 90 LEDs in Ringform. 2015 folgte das AEOS als erstes hybrides LED-Panel mit Dauerlicht- und Blitzfunktion. 2018 erweiterte das ANOVA PRO 2x1 die Produktlinie um rechteckige Panels. Die Titan X1-Serie von 2020 integrierte erstmals HSI-Farbsteuerung mit Vollfarb-LEDs für 16,7 Millionen Farbkombinationen.

Praxiseinsatz im Film

Rotolights etablierten sich primär bei Interviews und Dokumentationen, wo ihre geringe Wärmeentwicklung und gleichmäßige Ausleuchtung ohne harte Schatten überzeugen. Die kompakte Bauform eignet sich für Gimbal-Montagen und mobile Produktionen. Bei "The Crown" (Netflix) kamen AEOS-Leuchten für Gesichtsaufhellungen in Innenräumen zum Einsatz. Die integrierte Blitzfunktion ermöglicht hybrides Arbeiten zwischen Video- und Fotoproduktionen. Der Abstrahlwinkel von 50° erfordert jedoch bei größeren Sets zusätzliche Leuchten oder Fresnel-Vorsätze zur Lichtformung.

Vergleich & Alternativen

Gegenüber klassischen Tungsten-Leuchten bieten Rotolights geringeren Stromverbrauch und keine Hitzeentwicklung, erreichen aber nicht deren Lichtleistung pro Euro. LED-Panels wie Arri Skypanels oder Aputure 600d übertreffen Rotolights in absoluter Lichtausbeute, sind jedoch schwerer und teurer. Ringlichter von Neewer oder Godox kosten deutlich weniger, verzichten aber auf professionelle Farbkalibrierung und robuste Gehäuse. Für mobile Produktionen mit begrenztem Budget und Platz bleiben Rotolights konkurrenzlos, während Studioproduktionen meist leistungsstärkere Alternativen bevorzugen.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich schätze die gleichmäßige Ausleuchtung ohne Hotspots, die besonders bei Hautdetails und Reflexionen in den Augen wirkt. Die stufenlose Farbtemperaturanpassung erspart mir Korrekturfilter beim Wechsel zwischen Kunst- und Tageslicht. Allerdings reicht die Lichtleistung nur für nahe Motive - bei größeren Entfernungen muss ich mehrere Geräte einsetzen oder auf stärkere Leuchten wechseln.

Regisseur

Die weiche, schmeichelhafte Ausleuchtung funktioniert perfekt für emotionale Nahaufnahmen und Interviews, wo ich Vertrauen schaffen muss. Das ringförmige Catchlight in den Augen wirkt natürlicher als bei rechteckigen Panels. Für dramatische Lichtführung mit harten Schatten sind sie jedoch ungeeignet - da brauche ich direktionale Leuchten mit Barndoors oder Spots.

Produzent

Ein AEOS kostet etwa 1.200 Euro - teuer für die gebotene Lichtleistung, aber die Mobilität spart Transportkosten und Aufbauzeit. Der Akkubetrieb eliminiert Stromkosten und Generatormietung bei Außendrehs. Die Langlebigkeit der LEDs reduziert Wartungskosten gegenüber Tungsten-Leuchtmitteln. Für kleinere Produktionen rechnet sich die Anschaffung durch gesparte Leihgebühren nach 15-20 Drehtagen.

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