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Mighty
Licht · Begriffe

Mighty

Murnau AI illustration
color temperature flow roll take

Leistungsstarker Scheinwerfer (meist 5-10kW) — erzeugt helles, direktionales Licht für große Flächen oder Tageslicht-Simulation.

Technische Details

Der Mighty arbeitet mit einer 18kW-HMI-Lampe (Hydrargyrum Medium-arc Iodide) und verfügt über einen eingebauten 25kW-Dieselgenerator mit Schalldämmung unter 65 dB(A) in 7m Entfernung. Das Fresnel-Linsensystem ermöglicht eine Spoteinstellung von 10° bis 60° Abstrahlwinkel. Der elektronische Ballast (Electronic Ballast) arbeitet mit Flicker-Free-Technologie bei 300Hz für digitale Kameras. Das System benötigt etwa 3 Minuten Aufwärmzeit bis zur vollen Lichtleistung und kann stufenlos gedimmt werden ohne Farbtemperaturveränderung.

Geschichte & Entwicklung

Mole-Richardson entwickelte 1985 den ersten Mighty Mole für Außenaufnahmen, als Alternative zu schweren Tungsten-Lampen-Batterien. 1992 folgte die erste Flicker-Free-Version für die aufkommenden digitalen Kameras. Arri brachte 1998 mit dem M18 eine europäische Alternative auf den Markt. Seit 2010 bieten Hersteller wie K5600 Lighting LED-basierte Mighty-Alternativen mit vergleichbarer Lichtleistung bei deutlich geringerem Stromverbrauch an.

Praxiseinsatz im Film

Cinematographer Roger Deakins nutzte Mighty-Systeme für die nächtlichen Wüstenszenen in "Sicario" (2015) als künstlichen Mondschein aus 150m Entfernung. Bei "Mad Max: Fury Road" (2015) setzte John Seale mehrere Mighties als mobile Sonnenlichtsimulation ein, die den Konvoi während der Fahrt begleiteten. Der Mighty ersetzt typischerweise 6-8 konventionelle 2,5kW-HMI-Leuchten und reduziert damit Kabel- und Personalaufwand erheblich. Nachteile sind die Geräuschentwicklung des Generators und die begrenzte Positionierbarkeit durch das Anhängerformat.

Vergleich & Alternativen

Der Mighty unterscheidet sich vom stationären 18K-HMI durch die integrierte Stromversorgung und Mobilität. Moderne LED-Alternativen wie der Arri SkyPanel S360-C erreichen vergleichbare Lichtmengen bei 90% weniger Stromverbrauch, bieten jedoch nicht die Punktlichtcharakteristik des HMI-Systems. Für Innenaufnahmen werden stattdessen meist mehrere 6K- oder 12K-HMI-Leuchten verwendet, die flexibler positionierbar sind und keine Generatorgeräusche verursachen.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich nutze den Mighty hauptsächlich für harte Schatten und als Schlüssellicht bei Tagesaußenaufnahmen, wenn ich natürliches Sonnenlicht verstärken muss. Die 5600K entsprechen perfekt dem Tageslicht, und mit entsprechenden Diffusionsmaterialien in 20-30m Entfernung erzeuge ich weiche, großflächige Ausleuchtung für Weitwinkelaufnahmen.

Regisseur

Der Mighty gibt mir die Kontrolle über die Tageszeit zurück – ich kann dramatisches Gegenlicht erzeugen oder nächtliche Szenen in bläuliches "Mondlicht" tauchen, unabhängig von den tatsächlichen Lichtverhältnissen. Besonders für Actionsequenzen ist die Mobilität entscheidend, da das Licht der Kamerabewegung folgen kann.

Produzent

Ein Mighty-Tag kostet etwa 800-1200 Euro inklusive Operator und Diesel, ersetzt aber oft eine 8-köpfige Beleuchtungscrew mit entsprechender Technik. Die Zeitersparnis beim Setup ist enorm – 30 Minuten statt 3 Stunden für vergleichbare Lichtleistung, allerdings brauche ich Genehmigungen für den Anhängertransport und ausreichend Zufahrtswege.

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