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Matthews
Hersteller

Matthews

Murnau AI illustration
color temperature flow roll take

US-amerikanischer Hersteller von Grip-Equipment und Kamerastativen — Industriestandard seit 1946.

Technische Details

Matthews C-Stands erreichen Arbeitshöhen zwischen 51 cm (20") und 330 cm (130") bei Traglasten von 10 bis 22 kg je nach Modell. Das Signature-Feature ist der Turtle-Base-Fuß mit asymmetrischer Beinstellung: ein Bein liegt flach, zwei stehen hoch – ermöglicht dichte Positionierung ohne Kollision der Standfüße. Die Grip-Heads verwenden 5/8"-Zapfen mit 27-Thread-per-Inch-Gewinde und schaffen Haltekräfte bis 15 Nm. Century-Stands (40") wiegen 4,5 kg, die großen Hollywood-Stands (10,5') erreichen 8,2 kg. Charakteristisch sind die gerändelte Oberfläche der Knebel und das eloxierte Aluminium mit Matthews-typischer schwarzer Beschichtung.

Geschichte & Entwicklung

Matthews Studio Equipment wurde 1946 von Louie Matthews in Los Angeles gegründet, zunächst für Wartung von Studio-Beleuchtung bei MGM. 1952 entwickelte Matthews den ersten modernen C-Stand mit Turtle-Base nach Eingaben von Gaffers, die stabilere Alternativen zu den damaligen Dreibein-Stativen suchten. Der Durchbruch kam 1965 mit dem patentierten Grip-Head-Design, das zum Industriestandard wurde. 1978 führte Matthews die "Century Stand"-Bezeichnung ein. Seit den 1990ern expandierte das Unternehmen international, 2019 wurde es von Vitec Group übernommen.

Praxiseinsatz im Film

Matthews C-Stands stabilisieren Flags, Diffusoren und leichte Scheinwerfer in praktisch jeder Hollywood-Produktion. Bei "Blade Runner 2049" (2017) verwendete DoP Roger Deakins über 200 Matthews-Stands für komplexe Flag-Setups zur Lichtkontrolle. Die Turtle-Base ermöglicht das "Nesting" – mehrere Stands können mit überlappenden Füßen nahe beieinander stehen. Gaffer positionieren schwere Stands grundsätzlich mit dem flachen Bein zur Lichtquelle hin für maximale Stabilität. Der schnelle Auf- und Abbau durch die Knebelverschlüsse reduziert Rüstzeiten erheblich.

Vergleich & Alternativen

Avenger und Manfrotto bieten günstigere C-Stand-Alternativen, erreichen jedoch nicht die Matthews-Verarbeitungsqualität und Langlebigkeit. Kupo aus Taiwan kopiert das Matthews-Design mit verbesserter Gewichtsverteilung, während moderne Carbon-Stands von Flashpoint 40% leichter sind, aber höhere Anschaffungskosten haben. Cardellini-Clamps von anderen Herstellern passen an Matthews-Stands, umgekehrt funktioniert es nicht immer. Für schwere Lasten über 20 kg weichen Profis auf Mombo-Combos oder Wind-Up-Stands aus.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Matthews-Stands sind mein Rückgrat für präzise Lichtkontrolle – die Turtle-Base lässt mich drei Stands in einem Meter Abstand für komplexe Flag-Kombinationen aufstellen, ohne dass die Füße kollidieren. Bei Low-Key-Setups verwende ich oft acht bis zwölf Matthews gleichzeitig für negative Fill und harte Schatten. Die Knebel justiere ich blind, selbst bei schwachem Licht kenne ich jeden Griff.

Regisseur

Matthews-Equipment ist unsichtbarer Geschichtenerzähler – wenn ich harte Schatten für Film Noir-Atmosphäre oder weiche Diffusion für Romantik brauche, ermöglichen die stabilen Stands komplexe Lichtsetups ohne Vibration oder Verrutschen während der Aufnahme. Bei Dialogszenen positioniere ich Flags millimetergenau für Gesichtskonturen, die Charakteremotionen verstärken.

Produzent

Matthews kosten 40% mehr als No-Name-Alternativen, aber die Investition amortisiert sich durch Langlebigkeit und reduzierte Rüstzeiten – pro Drehtag spare ich 30-45 Minuten Setup-Zeit gegenüber billigeren Stands. Bei 50 Drehtagen bedeutet das eine halbe Woche Ersparnis. Außerdem akzeptieren Verleiher Matthews nach zehn Jahren noch zum vollen Restwert, während Billig-Equipment nach zwei Jahren wertlos ist.

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