Objektivmarke von Venus Optics (China), spezialisiert auf Optiken, die sonst niemand baut: extreme Makros, das 24mm-Probe-Objektiv, Zero-D-Weitwinkel ohne Verzeichnung und die Nanomorph-Anamorphoten.
Laowa ist die Objektivmarke von Venus Optics aus China — und im Verleih-Regal die Abteilung für Aufgaben, an denen normale Optiken scheitern. Während die etablierten Häuser ihre Serien um klassische Brennweitenreihen bauen, sucht Laowa gezielt die Lücken dazwischen: Optiken, für die es einen konkreten Bedarf am Set gibt, aber keinen Massenmarkt. Das Ergebnis ist ein Katalog, der weniger wie eine Objektivserie aussieht als wie ein Werkzeugkasten für Spezialfälle.
Die Nischen im Einzelnen
Bekanntestes Stück ist das 24mm-Probe-Objektiv: ein langer, dünner Tubus mit der Frontlinse an der Spitze, wasserdicht am vorderen Ende und mit eigener LED-Beleuchtung. Damit fährt die Kamera durch Szenen, in die kein normales Objektiv hineinkommt — zwischen Flaschen hindurch, in ein Uhrwerk, dicht über einen gedeckten Tisch. Product Shots und Tabletop-Arbeit haben durch dieses Objektiv eine eigene Bildsprache bekommen. Dazu kommen extreme Makros, die deutlich über den üblichen Abbildungsmaßstab 1:1 hinausgehen, die Zero-D-Weitwinkel, deren Rechnung auf minimale Verzeichnung optimiert ist — wertvoll bei Architektur und überall, wo gerade Linien gerade bleiben müssen —, und mit der Nanomorph-Reihe kompakte, bezahlbare Anamorphoten für kleine Kameras und Gimbals.
Einordnung am Set
Laowa konkurriert nicht mit ARRI-zertifizierten Objektivserien um den A-Kamera-Platz einer großen Produktion — die Optiken sind überwiegend manuell, ohne Elektronik, und die Serienstreuung ist ein bekanntes Thema. Ihre Rolle ist eine andere: der eine Shot, den es sonst nicht gäbe. Für einen Drehtag mit Probe-Objektiv mietet niemand eine Spezialkonstruktion für das Zehnfache, wenn der Shot mit einem Laowa steht. Genau deshalb tauchen sie auch auf großen Produktionen auf — als Spezialwerkzeug neben dem Hauptsatz, nicht als dessen Ersatz.
- Probe- und Makro-Shots brauchen viel Licht: Die kleinen Blendenöffnungen und der lange Tubus schlucken mehr, als man vom Datenblatt erwartet.
- Bei extremen Makros die Schärfentiefe im Millimeterbereich einplanen — ohne Slider oder Fokus-Rig wird aus dem Shot nichts.
- Vor dem Drehtag das konkrete Exemplar testen: Bei Spezialoptiken lohnt der Check auf Zentrierung und Schärfeverlauf mehr als bei Serienware der großen Häuser.
Verwandte Begriffe
Quiz
1. Zu welchem Department gehört „Laowa"?