Filmlexikon.
Unterstützen
K5600 Joker
Licht · Equipment

K5600 Joker

Murnau AI illustration
color temperature flow joker k5600 roll take

HMI-Tageslichtscheinwerfer von K5600 mit 800W bis 3200W — kompakt gebaut für mobile Drehs mit hoher Lichtleistung.

Technische Details

Das Joker-System umfasst die Modelle Joker-Bug 200W (1,2 kg), Joker2 400W (2,8 kg), Joker2 800W (4,9 kg) und Joker2 1600W (8,5 kg). Alle Varianten arbeiten mit elektronischen Vorschaltgeräten bei flimmerfreien Hochfrequenz-Betrieb (30-50 kHz). Der modulare Aufbau ermöglicht den Wechsel zwischen verschiedenen Reflektoren: Beamer-Reflektor (15°-50°), Reflektor mit Fresnel-Linse oder offener Reflektor für maximale Lichtausbeute. Die Brenner erreichen 3200K bei Verwendung von CTO-Filtern, die Leuchten verfügen über DMX-512-Anschluss und stufenlose elektronische Dimmung von 50-100%.

Geschichte & Entwicklung

K5600 Lighting entwickelte 1995 den ersten Joker-Bug als Reaktion auf die Nachfrage nach ultraleichten HMI-Leuchten für Dokumentar- und Reportage-Produktionen. Firmengründer Kas Oosterhuis, ehemaliger Kameramann, erkannte die Limitierungen schwerer konventioneller HMI-Systeme bei mobilen Drehs. 2010 folgte die Joker2-Serie mit verbesserter Elektronik und höherer Lichtausbeute. Die aktuelle Generation von 2019 integriert drahtlose DMX-Steuerung und App-basierte Fernbedienung über Bluetooth.

Praxiseinsatz im Film

Joker-Leuchten etablierten sich als Standard für handheld-Drehs und Location-Shooting mit begrenztem Equipment-Transport. Bei "28 Days Later" (2002) nutzte Kameramann Anthony Dod Mantle ausschließlich Joker-Bug 200W für die Zombie-Szenen, um die extreme Mobilität der digitalen Kameras zu ergänzen. Die kompakten Abmessungen ermöglichen verstecktes Positioning in Sets - der Joker2 800W passt durch Standardtüren und lässt sich mit Saugnapf-Rigging an Fahrzeugen befestigen. Nachteile umfassen begrenzte Flächenausleuchtung bei punktueller Charakteristik und höhere Anschaffungskosten pro Watt verglichen mit konventionellen HMI-Systemen.

Vergleich & Alternativen

Im Gegensatz zu ARRI M-Serie HMI-Leuchten priorisiert Joker Portabilität über maximale Lichtleistung - ein ARRI M40 (4000W) wiegt 23 kg, vier Joker2 800W erreichen vergleichbare Ausleuchtung bei 19,6 kg Gesamtgewicht. LED-Panels wie ARRI SkyPanel oder Litepanels Gemini bieten ähnliche Mobilität, jedoch bei 2500K-6500K variabler Farbtemperatur und geringerer Punktlicht-Intensität. Joker-Systeme dominieren bei Anwendungen mit hohen Lichtdistanzen oder hartem Sonnenlicht-Matching, während LED-Alternativen bei Innenräumen und diffuser Ausleuchtung effizienter arbeiten.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich schätze am Joker2 800W besonders die Kombination aus Punktlichtcharakteristik und minimalem Rigging-Aufwand - damit kann ich in engen Locations gezielt Akzentlicht setzen, ohne schwere Stative zu benötigen. Der Wechsel zwischen Fresnel und Beamer-Reflektor während des Drehs spart mir Lampenwechsel und gibt mir die Flexibilität, schnell zwischen hartem Key-Light und weicher Aufhellung umzuschalten.

Regisseur

Der Joker ermöglicht mir spontane Lichtsetzung ohne Produktionsunterbrechung - wenn ich während einer Szene entscheide, dass ein Schauspieler mehr Ausleuchtung braucht, kann mein Gaffer binnen Minuten einen zusätzlichen Joker positionieren. Diese Spontaneität ist besonders bei Dokumentarfilm-Elementen oder improvisierten Dialog-Sequenzen wertvoll, wo ich die natürliche Dynamik nicht durch lange Setup-Zeiten unterbrechen möchte.

Produzent

Ein Joker2-Set ersetzt oft drei konventionelle HMI-Leuchten beim Transport, was mir eine Fahrzeugkategorie spart und die Versicherungsprämien reduziert. Die höheren Anschaffungskosten amortisieren sich durch reduzierte Logistikkosten und schnellere Setup-Zeiten - mein Electrical Department spart täglich 45-60 Minuten beim Aufbau, was bei 12 Drehtagen bereits einen zusätzlichen Drehtag einbringt.

Im Lexikon weiter

Verwandte Begriffe

Wissen testen

Quiz

1. Was beschreibt „K5600 Joker" am besten?

2. Zu welchem Department gehört „K5600 Joker"?

3. Wie viele verschiedene Fachperspektiven bietet dieser Eintrag?

Fehler melden
Aus dem Filmfarm-Ökosystem

Bildsprache verstehen, Produktionen kalkulieren, Crew vernetzen.

Das Lexikon ist Teil des Filmfarm-Ökosystems — neben Kalkulation (FilmBalance), Branchen-Magazin (FilmCircus) und Crew-Vernetzung (FilmCall, CrewMesh). Eine gemeinsame Begriffswelt für die ganze Produktion.

FilmFarm FilmRadarBald verfügbarFilmPulseBald verfügbarFilmNumbersBald verfügbarFilmCapitalBald verfügbarFilmLabBald verfügbarFilmBalanceBald verfügbarFilmCircusBald verfügbar