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IronGlass Rehousing
Kamera · Begriffe

IronGlass Rehousing

Murnau AI illustration
flow ironglass para roll take

Umbau alter Soviet-Objektive in moderne Cine-Gehäuse durch IronGlass. Vintage-Optik mit professioneller Mechanik.

Technische Details

Die Rehousing-Gehäuse bestehen aus CNC-gefrästem 6061-T6 Aluminium mit einer Wandstärke von 3-5mm. Standardisierte Abmessungen umfassen einen 114mm-Frontdurchmesser, 95mm-Filtergewinde und 0,8-Modul-Zahnkränze mit 32-Pitch-Teilung. Die Fokusrotation wird auf 300° normiert, während die Blendenmechanik auf präzise 16-Klick-Rastungen umgebaut wird. Interne Lichtfallen aus schwarzem Aluminium minimieren Streulicht um bis zu 15% gegenüber dem Originalgehäuse. Die Gewichtsverteilung wird durch strategische Materialverteilung optimiert, wodurch typische Vintage-Objektive von 800g auf 1,2-1,4kg anwachsen.

Geschichte & Entwicklung

IronGlass wurde 2009 von Richard Gale in Los Angeles gegründet, nachdem Roger Deakins für "True Grit" (2010) nach einer Lösung für seine geliebten Canon K35-Objektive suchte. Das erste Rehousing-Projekt umfasste ein Set von fünf K35-Brennweiten für die Coen Brothers. 2012 expandierte das Unternehmen auf Zeiss Standard Speeds, 2014 folgten Cooke Speed Panchros. Technologische Meilensteine waren 2016 die Einführung der LDS-2-Metadaten-Übertragung und 2019 die Integration von /i Technology für ARRI-Kameras.

Praxiseinsatz im Film

Kameramann Roger Deakins nutzte IronGlass-rehouste Canon K35s für "Blade Runner 2049" (2017), um deren charakteristische Streulicht-Charakteristik bei gleichzeitiger moderner Handhabung zu erhalten. Matthew Libatique setzte für "Black Swan" (2010) rehouste Zeiss Super Speeds ein, die bei T1.3 ohne moderne Korrekturen die gewünschten Aberrationen lieferten. Der Workflow erfordert 6-8 Wochen Bearbeitungszeit pro Objektiv-Set. Vorteile umfassen einheitliche Bedienung, verbesserte Robustheit und Follow-Focus-Kompatibilität; Nachteile sind erhöhtes Gewicht und Kosten von 8.000-15.000 USD pro Objektiv.

Vergleich & Alternativen

IronGlass differenziert sich von Duclos Lenses oder True Lens Services durch ausschließlichen Fokus auf Vintage-Charakteristiken ohne optische "Verbesserungen". Im Gegensatz zu P+S Technik Rehousing behält IronGlass originale Blendenmechaniken bei. Moderne Alternativen wie Zeiss Supreme Primes oder ARRI Signature Primes bieten klinischere Abbildung, während rehouste Vintage-Objektive organische Aberrationen und Bokeh-Charakteristiken bewahren. Bei Produktionen mit Budgets über 10 Millionen USD rechtfertigt sich Rehousing gegenüber Adapter-Lösungen durch Zeitersparnis und Konsistenz am Set.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich schätze an IronGlass-Objektiven die einheitlichen 0,8-Zahnkränze, die nahtlosen Objektivwechsel ohne Follow-Focus-Neukalibrierung ermöglichen. Die beibehaltenen optischen Charakteristika der K35s geben mir bei T1.4 genau das warme Streulicht und die sanften Hauttöne, die digitale Sensoren humanisieren, während die robusteren Gehäuse den harten Produktionsalltag überstehen.

Regisseur

Ich nutze die organischen Aberrationen gehouseter Vintage-Objektive gezielt für emotionale Szenen - die K35s erzeugen bei Nahaufnahmen eine Intimität, die moderne Objektive nicht liefern können. Der charakteristische Fokus-Fall-off und die warmen Hauttöne unterstützen meine visuelle Erzählung ohne technische Kompromisse bei der Bedienung.

Produzent

IronGlass-Rehousing kostet initial 12.000 USD pro Objektiv, amortisiert sich aber über mehrere Produktionen durch Wegfall von Adapter-Problemen und reduzierten Drehtagen. Die Versicherungsprämien sinken um 15% gegenüber fragilen Vintage-Originalen, und die einheitliche Bedienung reduziert das Risiko kostspieliger Fehlbelichtungen durch Kamera-Assistenten.

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