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Freefly MōVI Pro
Kamera · Begriffe

Freefly MōVI Pro

Murnau AI illustration
flow freefly m vi para roll take

Professionelle Version des MōVI-Gimbals für Kameras bis 6,8kg — mit erweiterter Akkulaufzeit und präziserer Motorsteuerung.

Technische Details

Das MōVI Pro wiegt 2,72 kg und misst 254 × 330 × 203 mm im zusammengeklappten Zustand. Drei bürstenlose Gimbal-Motoren stabilisieren Roll-, Pitch- und Yaw-Achse mit einem maximalen Drehmoment von 40 Nm. Die Stromversorgung erfolgt über RED Brick-Batterien oder V-Mount-Akkus mit 22,2-28V. Das System unterstützt drahtlose Fernsteuerung über MIMIC-Controller in einem Radius von 300 Metern bei 2,4 GHz. Die Kalibrierung erfolgt über die MōVI Controller App, die Presets für gängige Kamera-Objektiv-Kombinationen bereitstellt.

Geschichte & Entwicklung

Freefly Systems stellte das erste MōVI M10 im Jahr 2013 vor und revolutionierte damit die Steadicam-dominierte Stabilisierungsbranche. Das MōVI Pro erschien 2017 als Weiterentwicklung mit verbesserter Motorleistung und präziserer Sensorik. Vincent Laforet demonstrierte 2013 mit seinem Kurzfilm "Möbius" die cinematographischen Möglichkeiten des ursprünglichen MōVI-Systems. Freefly entwickelte das System kontinuierlich weiter und integrierte 2018 die MIMIC-Technologie für intuitive Fernsteuerung.

Praxiseinsatz im Film

Das MōVI Pro ermöglicht komplexe Kamerabewegungen wie Orbit-Shots, Reveals und seamlose Übergänge zwischen statischen und bewegten Einstellungen. Kameramänner verwenden es für Car-to-Car-Aufnahmen, Low-Mode-Shots und präzise Produktplatzierungen in Werbespots. Der MAJESTIC-Modus erlaubt extreme Slow-Motion-Bewegungen, während der ECHO-Modus Kamerabewegungen aufzeichnet und wiederholt. Typische Workflows umfassen Remote-Heads für Kräne, Handheld-Operationen und den Einsatz an Kabelsystemen.

Vergleich & Alternativen

Das MōVI Pro konkurriert mit DJI Ronin 2 (4,5 kg Payload) und Steadicam-Systemen wie dem Ultra2. Während Steadicams mechanische Stabilisierung über Trägheit nutzen, arbeitet das MōVI Pro aktiv über Motoren. Das nachfolgende MōVI Carbon (2019) reduzierte das Gewicht auf 1,8 kg bei gleicher Payload-Kapazität. Für kleinere Kameras bis 2,3 kg eignet sich das MōVI M5, für RED-Setups über 6,8 kg das MōVI XL mit 18 kg Payload-Kapazität.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Als DoP schätze ich am MōVI Pro die präzise Wiederholbarkeit von Kamerabewegungen – besonders bei VFX-Shots, wo ich identische Fahrten für Plates benötige. Die MIMIC-Steuerung erlaubt mir intuitive Framing-Adjustments während komplexer Moves, ohne dass mein Operator die Bewegung unterbrechen muss. Der Low-Mode eröffnet mir Perspektiven knapp über dem Boden, die mit klassischen Steadicam-Setups unmöglich sind.

Regisseur

Das MōVI Pro gibt mir die Freiheit, spontane Kamerabewegungen zu entwickeln, die das emotionale Gewicht einer Szene verstärken. Ich kann während des Drehs verschiedene Bewegungsmuster ausprobieren – von subtilen Drifts bis zu dramatischen Reveals – ohne aufwendige Rigging-Pausen. Die Möglichkeit, organische Handheld-Ästhetik mit technischer Präzision zu verbinden, erweitert mein visuelles Storytelling erheblich.

Produzent

Ein MōVI Pro kostet etwa 6.500 Euro und amortisiert sich durch eingesparte Steadicam-Operatoren und verkürzte Setup-Zeiten. Das System reduziert mein Crew-Requirements von drei auf zwei Personen und eliminiert die Notwendigkeit teurer Dolly-Tracks für viele Fahrten. Bei internationalen Produktionen ist das kompakte Transport-Format ein entscheidender Kostenfaktor gegenüber sperrigen Steadicam-Rigs.

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