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Stapelholz
Licht · Begriffe

Stapelholz

Cribbing
Murnau AI illustration
color temperature flow roll take

Gestapelte Holzklötze zum Unterbauen und Nivellieren von Equipment — stabilisiert Schienen, Kameras und Leuchten.

Technische Details

Professionelles Stapelholz wird aus astfreiem, getrocknetem Hartholz (Restfeuchte <12%) hergestellt und weist eine Druckfestigkeit von mindestens 45 N/mm² auf. Die Standardabmessungen von 20 x 10 x 5 cm ermöglichen modulares Stapeln in 5-cm-Schritten. Schwere Ausführungen für große HMI-Leuchten oder Kamerakräne verwenden 30 x 15 x 10 cm große Blöcke mit Tragkraft bis 1.000 kg. Die Oberflächen sind geschliffen und teilweise mit rutschfestem Gummibelag versiert. Spezielles Keil-Stapelholz mit 2°-5° Neigung dient dem präzisen Winkelausgleich.

Geschichte & Entwicklung

Stapelholz etablierte sich in den 1930er Jahren als Hollywood-Standard, als schwere Bogenlampen stabile Unterlagerung benötigten. Die Normierung auf heutige Maße erfolgte 1952 durch die ASC (American Society of Cinematographers). In den 1980ern kamen europäische DIN-genormte Varianten hinzu. Moderne Entwicklungen umfassen Leichtbau-Versionen aus Birkensperrholz für Location-Drehs und zusammensteckbare Systeme mit integrierten Libellen.

Praxiseinsatz im Film

Bei "Blade Runner 2049" (2017) unterbaute Kameramann Roger Deakins massive 18K-HMI-Leuchten mit bis zu 40 Stapelholz-Blöcken, um die niedrige Kameraposition bei den Replikant-Szenen zu realisieren. Typischer Workflow: Gaffer und Beleuchter verwenden Stapelholz zur millimetergenauen Höhenanpassung von Leuchten an Kamerahöhe oder Architektur. Vorteile sind schnelle Anpassbarkeit und Kosteneffizienz. Nachteile: Zeitaufwand beim exakten Ausrichten und Rutschgefahr bei glatten Böden.

Vergleich & Alternativen

Stapelholz unterscheidet sich von Keilen durch rechtwinklige Form und höhere Stabilität. Moderne Alternativen sind hydraulische Stativbeine mit Höhenverstellung (seit 2010er Jahren Standard) und pneumatische Lift-Systeme für schwere Leuchten. Stapelholz bleibt jedoch unschlagbar bei extremer Präzision und in unwegsamen Locations, wo technische Hilfsmittel versagen. Kunststoff-Varianten aus ABS sind 60% leichter, aber nur für Lasten bis 200 kg geeignet.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Stapelholz ist mein Präzisionswerkzeug für millimetergenaue Lichtsetzung – wenn ich eine 5K-HMI exakt auf Augenhöhe des Hauptdarstellers bringen muss, stapele ich so lange, bis die Lichtachse perfekt sitzt. Besonders bei Low-Angle-Shots rette ich damit oft Einstellungen, die sonst technisch unmöglich wären, weil Standard-Stative zu hoch sind.

Regisseur

Für mich ermöglicht Stapelholz dramaturgisch wichtige Lichtführung, die Geschichte erzählt – wenn ich in einer Verhörszene das harte Licht von unten brauche, um Bedrohung zu schaffen, aber die Bodenleuchte zu niedrig steht. Diese 10 cm mehr Höhe entscheiden oft über die emotionale Wirkung einer Szene, deshalb bestehe ich darauf, dass mein Gaffer immer genügend Blöcke dabei hat.

Produzent

Stapelholz kostet mich 15 Euro pro Block in der Anschaffung, spart aber täglich Stunden teurer Drehzeit, weil mein Team nicht ewig an Stativbeinen herumschrauben muss. Bei Auslandsproduktionen lasse ich vor Ort fertigen – 50 Blöcke kosten dann nur 200 Euro statt 1.500 Euro Übergepäck, und ich habe trotzdem das nötige Equipment für flexible Lichtsetzung.

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