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CRMX
Licht · Begriffe

CRMX

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Drahtlose DMX-Übertragungstechnologie von LumenRadio — steuert Scheinwerfer per Funk ohne Kabelverbindung.

Technische Details

Das CRMX-Protokoll überträgt vollständige 512-Kanal-DMX-Universen mit einer Aktualisierungsrate von 44 Hz bei minimaler Latenz von unter 5 Millisekunden. Die Verschlüsselung erfolgt über AES-128-Standard, während die automatische Frequenzverwaltung (AFH - Adaptive Frequency Hopping) Interferenzen mit WLAN und anderen 2,4-GHz-Geräten vermeidet. CRMX-Module sind als OEM-Komponenten in verschiedenen Bauformen verfügbar: Stick-Module (40 x 18 mm), PCB-Module (25 x 13 mm) und externe Transceiver-Boxen. Die Stromaufnahme liegt bei 150 mA im Sendebetrieb und 120 mA beim Empfang bei 5V Betriebsspannung.

Geschichte & Entwicklung

LumenRadio entwickelte CRMX 2008 als Antwort auf die unzuverlässigen ersten Generation drahtloser DMX-Systeme. Die erste kommerzielle Implementation erfolgte 2009 in Ayrton-Movingheads, gefolgt von Lizenzvereinbarungen mit ARRI (2011), Astera (2012) und über 100 weiteren Herstellern bis 2024. Der entscheidende Durchbruch kam 2013 mit der Integration in broadcast-taugliche LED-Panels, wodurch CRMX zum De-facto-Standard für drahtlose Lichtsteuerung in Film und Fernsehen wurde.

Praxiseinsatz im Film

CRMX ermöglicht die kabellose Steuerung von LED-Panels in unzugänglichen Positionen wie Fahrzeuginterieurs oder historischen Gebäuden ohne Kabelverlegung. Bei "1917" (2019) steuerte Roger Deakins hunderte CRMX-fähiger LED-Streifen für die kontinuierlichen Kamerafahrten durch die Schützengräben. Typische Workflows umfassen die Gruppierung von Leuchten in separaten DMX-Universen (Universe 1-8 möglich) und die Verwendung von Repeatern für größere Sets. Der Hauptvorteil liegt in der Zeitersparnis beim Rigging und der Möglichkeit, Licht während laufender Takes anzupassen, ohne Kabel zu verlegen oder Funksysteme zu koordinieren.

Vergleich & Alternativen

CRMX konkurriert primär mit W-DMX von Wireless Solution, wobei CRMX durch niedrigere Latenz und bessere Interferenzresistenz punktet, während W-DMX eine größere Reichweite bietet. Art-Net over WLAN erfordert dedizierte Netzwerkinfrastruktur für stationäre Installationen. Neuere Entwicklungen wie RDM over CRMX (seit 2020) ermöglichen bidirektionale Kommunikation zur Fernkonfiguration von Leuchten. Die Lizenzgebühren von etwa 15-25 Euro pro Modul machen CRMX teurer als offene Standards, rechtfertigen sich jedoch durch die Zuverlässigkeit in professionellen Produktionen.

Aktuelles

Die CRMX-Technologie etabliert sich zunehmend als Standard in der professionellen Filmbeleuchtung. LED-Hersteller wie Nanlux integrieren CRMX-Kompatibilität in ihre neuesten Systeme wie die 5C-Serie, was die drahtlose Kontrolle von Filmscheinwerfern weiter vereinfacht. Diese Entwicklung unterstreicht die wachsende Bedeutung von CRMX für moderne Lichtsetups am Filmset.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Für mich bedeutet CRMX absolute Flexibilität beim Lichtsetzen – ich kann LED-Panels in Autos oder an schwer zugänglichen Positionen platzieren und trotzdem live während des Takes die Intensität oder Farbtemperatur anpassen. Die 5ms Latenz sind vernachlässigbar, und ich hatte noch nie Aussetzer bei ordnungsgemäßer Frequenzplanung. Besonders bei Steadicam-Shots kann ich das Licht der Kamerabewegung folgen lassen, ohne dass Kabel im Weg sind.

Regisseur

CRMX gibt mir die Möglichkeit, spontan während einer Szene die Lichtstimmung zu verändern, ohne "Cut" zu rufen – perfekt für emotionale Momente oder wenn Schauspieler gerade im Flow sind. Ich kann subtile Farbwechsel oder Helligkeitsanpassungen in Echtzeit dirigieren, was besonders bei langen Einstellungen dramaturgisch wertvoll ist. Die Technik wird unsichtbar und stört nicht den kreativen Prozess.

Produzent

CRMX reduziert meine Rigging-Zeit um etwa 30% bei komplexen Setups, da keine DMX-Kabel verlegt werden müssen – das spart täglich 2-3 Stunden Aufbauzeit bei einem 60-köpfigen Team. Die höheren Gerätekosten (etwa 15% Aufschlag) amortisieren sich durch weniger Kabelverschleiß und flexiblere Drehpläne. Besonders bei Drehorten ohne Stromanschlüsse oder historischen Gebäuden verhindere ich teure Kabelverlegungen oder Genehmigungsverfahren.

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