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Contax Sonnar 135
Kamera · Begriffe

Contax Sonnar 135

Murnau AI illustration
flow para roll sonnar 135 take

Zeiss-Teleobjektiv mit 135mm Brennweite und Sonnar-Design — erzeugt charakteristisches weiches Bokeh bei hoher Schärfe.

Technische Details

Das Sonnar 135/4 wiegt 540 Gramm bei einer Gesamtlänge von 94mm und einem Filterdurchmesser von 58mm. Die Naheinstellgrenze liegt bei 1,5 Metern, die Blende lässt sich von f/4 bis f/22 verstellen. Das Objektiv verfügt über eine Zeiss T*-Vergütung zur Reflexminderung. Die charakteristische Sonnar-Konstruktion mit einem großen Luftspalt zwischen der ersten und zweiten Linsengruppe ermöglicht die kompakte Bauweise bei hoher optischer Leistung. Zeiss fertigte Varianten für Contax RF, Contax SLR sowie spätere Yashica/Contax-Bajonette.

Geschichte & Entwicklung

Carl Zeiss führte das erste Sonnar 135mm 1932 für die Contax I ein. Ludwig Berteles Sonnar-Design revolutionierte die Teleobjektiv-Konstruktion durch die asymmetrische Anordnung der Linsengruppen. Nach dem Zweiten Weltkrieg produzierte Zeiss West ab 1950 wieder Sonnar-Objektive, zunächst für die Contax IIa/IIIa, später ab 1959 für die Contax D Spiegelreflexkameras. Die Produktion in Oberkochen endete 1975, während Yashica ab 1975 baugleiche Versionen unter Zeiss-Lizenz fertigte.

Praxiseinsatz im Film

Cinematographen schätzten das Sonnar 135 für Porträtaufnahmen und dezente Komprimierungseffekte. Besonders in den 1960er und 70er Jahren nutzten europäische Kameraleute das Objektiv für Nahaufnahmen mit natürlicher Gesichtsperspektive ohne die Verzerrungen kürzerer Brennweiten. Das cremige Bokeh und die hohe Auflösung bis in die Bildecken machten es zur ersten Wahl für anspruchsvolle 35mm-Produktionen. Die kompakte Bauform erlaubte Handkamera-Arbeit auch bei längeren Brennweiten.

Vergleich & Alternativen

Das Sonnar 135/4 unterscheidet sich von zeitgenössischen Teleobjektiven durch die ungewöhnlich hohe Schärfeleistung bereits bei Offenblende. Während Konkurrenzprodukte wie das Leica Tele-Elmar 135/4 erst abgeblendet ihre volle Leistung entfalten, arbeitet das Sonnar auch bei f/4 kontrastreich. Moderne Cine-Objektive wie das Zeiss CP.2 135/2.1 bieten größere Lichtstärke und durchgängige Zahnkränze, erreichen aber nicht die charakteristische Bildwiedergabe des klassischen Sonnar-Designs.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Das Sonnar 135 liefert mir eine Porträt-Brennweite mit außergewöhnlicher Schärfe schon bei Offenblende – perfekt für Close-ups ohne Verzerrung der Gesichtsproportionen. Der weiche Unschärfeverlauf isoliert Protagonisten natürlich vom Hintergrund, während die kompakte Bauform auch bei längeren Handkamera-Sequenzen nicht ermüdet.

Regisseur

Mit dem 135er kann ich Darsteller emotional verdichten, ohne ihnen zu nahe zu kommen – das schafft eine intime Atmosphäre ohne Kamera-Bewusstsein. Die leichte Komprimierung der Perspektive verstärkt dramatische Momente, besonders in Dialogszenen wo ich den Hintergrund gezielt unscharf setzen möchte.

Produzent

Ein gebrauchtes Sonnar 135 kostet heute 800-1200 Euro – deutlich günstiger als moderne Cine-Objektive bei vergleichbarer Bildqualität. Die robuste Zeiss-Konstruktion übersteht auch härtere Drehtage problemlos, allerdings benötigen wir Adapter und Follow-Focus-Systeme für professionelle Kamera-Rigs.

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