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Contax Zeiss
Kamera · Equipment

Contax Zeiss

Murnau AI illustration
flow para roll take zeiss

Objektivserie von Zeiss für Contax-Kameras, heute als Vintage-Gläser für ihren organischen Look geschätzt.

Technische Details

Die klassische Contax IIa (1950) arbeitet mit einem Schlitzverschluss von 1/1250s bis 12s und einem Titan-beschichteten Metallschlitzverschluss. Das Contax-System verwendet den M42-Schraubanschluss (42mm x 1mm) und später das eigene Contax/Yashica-Bajonett mit 45mm Durchmesser. Zeiss-Objektive wie das Planar T 1.4/50mm oder Distagon T 2.8/25mm erreichen eine Auflösung von über 100 Linienpaaren pro Millimeter bei 50% Kontrast. Die T*-Vergütung reduziert Reflexionen auf unter 0,5% pro Oberfläche. Die Contax RTS III (1990) bietet Belichtungszeiten bis 1/8000s und eine Messfeldabdeckung von 92% im Sucher.

Geschichte & Entwicklung

1932 entwickelte Zeiss Ikon Dresden die erste Contax als Konkurrenz zur Leica. Nach dem Zweiten Weltkrieg produzierte Carl Zeiss Oberkochen ab 1950 neue Modelle. 1975 begann die Kooperation mit Yashica für die Contax RTS-Serie, die bis 2005 andauerte. Die Contax G-Serie (1994-2005) führte Autofokus-Messsucherkameras mit Zeiss-Objektiven ein. 2012 endete die Produktion endgültig, nachdem Kyocera das Kamerageschäft aufgab.

Praxiseinsatz im Film

Contax-Kameras dokumentierten Kriegsschauplätze des Zweiten Weltkriegs und prägten die Nachkriegsfotografie. Robert Capa verwendete eine Contax II am D-Day 1944. Helmut Newton fotografierte seine Modefotografien hauptsächlich mit Contax-Kameras und Zeiss-Objektiven. In der Filmproduktion dienen Contax-Kameras für Standbilder und Produktionsfotografie, da die Zeiss-Objektive den Kinoobjektiven entsprechen. Die identische Optikrechnung zwischen Foto- und Cinemaobjektiven ermöglicht exakte Bildabstimmung zwischen Sets und Standfotos.

Vergleich & Alternativen

Contax unterscheidet sich von Leica durch die Spiegelreflextechnik und größere Objektivauswahl, von Nikon/Canon durch die ausschließliche Verwendung von Zeiss-Optiken. Moderne Sony α7-Kameras können Contax-Objektive über Adapter nutzen, erreichen aber nicht die mechanische Präzision der Original-Kupplungen. Zeiss produziert heute Objektive für Canon EF und Sony E-Mount unter der Bezeichnung "Zeiss Milvus" und "Zeiss Loxia" mit identischer Optikrechnung wie die historischen Contax-Linsen.

Aktuelles

Contax Zeiss-Objektive werden in der Kinematografie häufig für Rehousing-Projekte verwendet, bei denen die ursprünglich für Fotokameras entwickelten Objektive in neue Gehäuse eingebaut werden. Ein Beispiel sind die Cineovision Spherical Primes, die nach Angaben verschiedener Quellen auf Contax Zeiss-Glas basieren. Diese Praxis zeigt die anhaltende Wertschätzung der optischen Qualität von Contax Zeiss-Objektiven in der professionellen Filmproduktion.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich schätze an Contax-Zeiss-Objektiven die mikroskopische Schärfe und den charakteristischen Bokeh-Verlauf, der sich deutlich von japanischen Optiken unterscheidet. Das Planar 85mm liefert bei offener Blende eine Plastizität, die moderne Autofokus-Objektive nur schwer erreichen. Für Porträts verwende ich adaptierte Contax-Linsen an digitalen Kameras, um den unverwechselbaren Zeiss-Look zu erhalten.

Regisseur

Ich nutze Contax-Objektive für Referenzaufnahmen, wenn ich mit Zeiss-Kinoobjektiven drehe, da beide die identische optische Charakteristik haben. Die leichte Farbverschiebung ins Grünliche und die harten Lichtreflexe geben meinen Bildern eine kühlere Ästhetik. Besonders bei Thriller-Produktionen verstärkt dieser Look die Atmosphäre deutlich.

Produzent

Contax-Equipment ist heute eine Investition in Vintage-Technik mit steigenden Preisen – ein Planar 50mm kostet gebraucht zwischen 200-400 Euro. Für die Standbildfotografie rechne ich mit einem halben Tag zusätzlich, da manuelle Objektive mehr Zeit benötigen. Die Wartungskosten sind hoch, da nur wenige Techniker die komplexe Mechanik reparieren können.

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