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Contax Planar 85
Kamera · Begriffe

Contax Planar 85

Murnau AI illustration
flow para roll take

Zeiss-Teleobjektiv mit 85mm Brennweite, klassische Porträtbrennweite mit cremigem Bokeh und hoher Auflösung.

Technische Details

Das Objektiv verwendet eine 6-Linsen-in-4-Gruppen-Konstruktion mit Planar-Design, wodurch sphärische und chromatische Aberrationen minimiert werden. Die Naheinstellgrenze liegt bei 85cm, der Filtergewinde-Durchmesser beträgt 72mm. Mit einem Gewicht von 570g und einer Länge von 82mm gehört es zu den kompakteren lichtstarken Teleobjektiven. Die Blende arbeitet in halben Stufen von f/1.4 bis f/16, die Streulichtblende reduziert Lens Flares um etwa 90% gegenüber ungeschützten Aufnahmen. Verschiedene Varianten existieren für Contax/Yashica-Mount, später auch für Canon EF und andere Systeme.

Geschichte & Entwicklung

Carl Zeiss führte das erste Planar 85mm f/1.4 1975 für das Contax RTS-System ein, basierend auf Berechnungen von Erhard Glatzel. Die Optik etablierte sich schnell als Referenz für Portraitobjektive und wurde bis 2005 praktisch unverändert produziert. Nach der Einstellung der Contax-Kameras 2005 lizenzierte Zeiss die Konstruktion an verschiedene Hersteller. Heute produziert Zeiss das Design als "Planar T* 85mm f/1.4" für Canon- und Nikon-Anschlüsse, wobei die optische Formel nahezu identisch blieb.

Praxiseinsatz im Film

Kameraleute schätzen das Contax Planar 85 für Nahaufnahmen und Portraits, da es bei offener Blende einen charakteristischen Bokeh-Verlauf mit sanften Übergängen erzeugt. Die hohe Auflösung von über 60 Linienpaaren pro Millimeter macht es für 35mm-Filmproduktionen ideal. Roger Deakins verwendete adaptierte Zeiss-Optiken für mehrere Produktionen, Gordon Willis setzte ähnliche Brennweiten für die charakteristischen Nahaufnahmen in "Der Pate" ein. Das Objektiv eignet sich besonders für Available-Light-Situationen, da es bei f/1.4 noch brauchbare Bildqualität liefert, während die meisten Konkurrenzprodukte erst ab f/2.0 ihre optimale Schärfe erreichen.

Vergleich & Alternativen

Gegenüber modernen Designs wie dem Canon 85mm f/1.2L oder Sony FE 85mm f/1.4 GM zeigt das Contax Planar weniger Kontrast, aber eine organischere Farbwiedergabe. Das Zeiss Otus 85mm f/1.4 basiert auf einer völlig neuen Rechnung und erreicht höhere Auflösung, kostet jedoch das Dreifache. Für Filmproduktionen konkurriert es mit Cooke S4 85mm T2.0, das speziell für Cinematographie optimiert wurde, aber weniger lichtstark ist. Vintage-Exemplare der Contax-Version erzielen heute Sammlerpreise, während die modernen ZE/ZF-Versionen die gleiche optische Leistung zu einem Drittel des Preises bieten.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich nutze das Contax Planar 85 für Interviews und emotionale Nahaufnahmen, weil es selbst bei f/1.4 keine sichtbare Vignettierung zeigt und die Hauttöne natürlich wiedergibt. Der Fokusring läuft butterweich über 240°, was präzises manuelles Scharfstellen ermöglicht. Bei Gegenlicht-Situationen muss ich allerdings aufpassen, da das Objektiv anfälliger für Flares ist als moderne Designs.

Regisseur

Das charakteristische Bokeh des Planar 85 hilft mir, Protagonisten visuell von ihrer Umgebung zu isolieren und intime Momente zu schaffen. Der weiche Übergang zwischen Schärfe und Unschärfe unterstützt die emotionale Wirkung von Dialogen perfekt. Wenn ich Figuren in ihrer psychischen Verletzlichkeit zeigen will, wähle ich oft diese Brennweite bei offener Blende.

Produzent

Das Contax Planar 85 kostet als Vintage-Objektiv etwa 800-1200 Euro, moderne ZE-Versionen liegen bei 1800 Euro – deutlich günstiger als vergleichbare Cinema-Optiken. Für Low-Budget-Produktionen ist es eine kostengünstige Alternative zu Zeiss CP.2 oder Cooke-Serien, erfordert aber zusätzliche Adapter und eventuell Follow-Focus-Anpassungen.

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