Filmlexikon.
Unterstützen
Lichtwrap
Set · Kommunikation

Lichtwrap

Wrap
Murnau AI illustration
10 1 10 2 10 4 copy that stand by martini shot color temperature flow

Lichtwrap entsteht, wenn helles Licht um die Konturen eines Objekts 'herumfließt' und sanfte, leuchtende Ränder erzeugt.

Technische Details

Lichtwrap entsteht durch große Lichtquellen mit einem Verhältnis von Lichtquellenbreite zu Motivabstand von mindestens 1:2. Softboxen mit Größen von 120x180 cm bis 200x200 cm erzeugen bei 1-2 Meter Abstand optimale Wrap-Eigenschaften. Octaboxen ab 150 cm Durchmesser verstärken den Effekt durch ihre runde Form. China Balls (Papierlampions) von 90-120 cm Durchmesser mit 2K-5K Tungsten-Lampen schaffen omnidirektionales Wrap-Licht. Moderne LED-Panels wie Arri SkyPanel S360-C (120x30 cm) werden in Arrays von 3x3 Einheiten montiert, um Wrap-Flächen von 360x90 cm zu schaffen.

Geschichte & Entwicklung

Der Begriff "wrap light" etablierte sich in den 1940er Jahren in Hollywood-Studios, wo Fotografen wie George Hurrell großflächige Seidendiffusion vor Fresnel-Scheinwerfern spannten. 1952 entwickelte Mole-Richardson die ersten kommerziellen Softboxen für Filmproduktionen. Die Technik gewann in den 1970er Jahren durch Kameraleute wie Vilmos Zsigmond ("Close Encounters", 1977) an Bedeutung, der 20x20 Fuß Seidendiffusion für ganzkörperiges Wrap-Licht verwendete. Digitale Farbkorrektur seit den 1990er Jahren ermöglichte präzisere Kontrolle der Wrap-Intensität in der Postproduktion.

Praxiseinsatz im Film

Emmanuel Lubezki nutzte in "Her" (2013) 12x12 Fuß Softboxen für kontinuierliches Wrap-Licht in Joaquin Phoenix' Nahaufnahmen. Roger Deakins schuf in "Blade Runner 2049" (2017) Wrap-Effekte durch LED-Wände als praktische Lichtquellen. Bei Porträts erzeugt eine 150 cm Octabox in 80 cm Abstand den charakteristischen "beauty wrap" mit sanften Übergängen zwischen Licht und Schatten. Studioproduktionen verwenden Lichtzelte aus weißer Molton-Bespannung von 4x4 Metern für vollständiges 360°-Wrap bei Produktaufnahmen.

Vergleich & Alternativen

Gegensatz zu hartem Licht mit definierten Schattenkanten durch kleine, punktuelle Lichtquellen wie HMI-Fresnel oder offene LED-Panels. Bounce-Licht von weißen Wänden oder Polyboards erzeugt ähnliche Weichheit, jedoch ohne die direkte Kontrolle über Lichtrichtung. Book-Light-Setups (zwei gegenüberstehende Softboxen) bieten gleichmäßige Ausleuchtung ohne Wrap-Charakter. Moderne Virtual Production mit LED-Wänden (z.B. ROE Black Pearl) ersetzt klassisches Wrap-Licht durch programmierbare Lichtumgebungen mit natürlichen Wrap-Eigenschaften bei 360°-Abdeckung.

Aktuelles

Der Begriff Wrap steht in der Filmproduktion für das Ende eines Drehtags oder der gesamten Dreharbeiten. Dabei spielt die sogenannte Turnaround-Zeit eine entscheidende Rolle - sie bezeichnet die Zeitspanne zwischen dem Wrap eines Drehtags und dem Beginn der nächsten Dreheinheit. In der Regel beträgt diese Mindestpause zwölf Stunden, um den Crew-Mitgliedern ausreichend Erholung zu gewährleisten.

Im Lexikon weiter

Verwandte Begriffe

Fehler melden
Aus dem Filmfarm-Ökosystem

Bildsprache verstehen, Produktionen kalkulieren, Crew vernetzen.

Das Lexikon ist Teil des Filmfarm-Ökosystems — neben Kalkulation (FilmBalance), Branchen-Magazin (FilmCircus) und Crew-Vernetzung (FilmCall, CrewMesh). Eine gemeinsame Begriffswelt für die ganze Produktion.

FilmFarm FilmRadarBald verfügbarFilmPulseBald verfügbarFilmNumbersBald verfügbarFilmCapitalBald verfügbarFilmLabBald verfügbarFilmBalanceBald verfügbarFilmCircusBald verfügbar