Filmlexikon.
Premium
Turnover
Produktion

Turnover

turnaroundshooting in the roundshooting · 4 Verwandte Begriffe
Murnau AI illustration
turnaround shooting in the round shooting production

Übergabe einer fertigen Produktion an den nächsten Prozessschritt — von der Produktion zur Postproduktion, oder vom Schnitt zur Farbkorrektur. Includes vollständiges Footage, Metadaten, Timecodes.

Nach dem letzten Drehtag beginnt die kritischste Phase einer Produktion: der Turnover. Hier übergibt die Set-Crew das komplette Rohmaterial — Festplatte für Festplatte, Speicherkarte für Speicherkarte — an die Postproduktion weiter. Wer das schlampig handhabt, baut in den nächsten Monaten auf Sand. Der Turnover ist nicht einfach nur das Kopieren von Dateien. Es geht um die vollständige Dokumentation: Timecodes, Take-Nummern, Lens-Daten, ISO-Werte, Farbtemperaturen, Notizen des Focus Pullers — alles muss mitgegeben werden. Ein guter DP weiß: Wenn der Cutter später im Schnittplatz sitzt und die Metadaten fehlen, wird's teuer und dauert länger.

Der praktische Ablauf sieht so aus: Der DIT (Digital Imaging Technician) oder die Post-PA erstellt zunächst ein vollständiges Logging-Sheet. Jede Rolle wird katalogisiert, Backup-Kopien werden angelegt — mindestens drei, besser vier Kopien des gesamten Footages. Ein Backup bleibt bei der Produktion, eines geht an die Postproduktion, eines wird archiviert, manchmal eines beim DP hinterlegt. Parallel dazu werden alle Media-Dateien und Metadaten auf Checksummen überprüft. Das klingt aufwendig, weil es aufwendig ist — aber wer 150 Terabyte Footage verliert, weil eine externe Festplatte kaputt geht, hat ein echtes Problem.

Im Turnover werden auch die Schnitt-Vorbereitungen festgelegt: In welcher Auflösung arbeitet der Editor? Proxy-Footage ja oder nein? Welches Format für den Offline-Schnitt? Der DP sollte hier bereits klare Vorgaben machen — etwa: "Bitte ProRes 422 HQ für den Online-Schnitt, 1/4-Res-Proxys für den Offline." Das spart dann später bei der Farbkorrektur und beim DCP-Mastering kostbare Zeit. Manche Produktionen übergeben auch RAW-Footage direkt an den Colorist, andere weichen auf ein verdichtetes Intermediate-Format aus. Das hängt von Budget, Timeline und technischen Anforderungen ab.

Ein professioneller Turnover schließt auch eine Test-Playout-Session ein. Der Cutter importiert die Medien, baut eine kurze Sequenz zusammen, und alle Beteiligten prüfen: Stimmen die Timecodes? Sind alle Takes vorhanden? Gibt es Fehler im Logging? Besser zwei Stunden jetzt investieren als zwei Wochen später im Schnittplatz Lücken suchen. Das ist reine Handwerkskunst — und der Unterschied zwischen einem soliden Turnover und einem chaotischen kann über den ganzen Post-Prozess hinweg kosten und Nerven sparen.

Im Lexikon weiter

Verwandte Begriffe

Aus dem Filmfarm-Ökosystem

Bildsprache verstehen, Equipment finden, Crew vernetzen.

Das Lexikon ist eine von sieben Komponenten von Filmfarm. Equipment-Picker (FilmBalance), Term-Auto-Linker (FilmCircus), Curator-Validation (Admin-Cockpit) — alle greifen auf dieselben Begriffe zu via mcp.thefilmradar.com.

FilmFarm FilmBalance FilmCircus FilmLab FilmRadar FilmNumbers FilmPulse