Ansage des Regisseurs nach der letzten Einstellung — signalisiert offizielles Drehende für Szene, Tag oder gesamten Film.
Technische Details
Die Verkündung erfolgt ausschließlich durch den Regisseur oder die 1. Regieassistenz nach Freigabe aller Takes. Vor der finalen Ansage wird das Kameradepartment zur Bestätigung der technischen Qualität aller Aufnahmen konsultiert - durchschnittlich vergehen 3-7 Minuten zwischen letztem "Cut" und "Abgedreht". Bei digitalen Produktionen prüft der DIT (Digital Imaging Technician) die Integrität der Dateien auf den Speichermedien. Das Skript führt präzise Protokolle über Timecode-Positionen und Take-Nummern der als verwendbar markierten Aufnahmen.
Geschichte & Entwicklung
Der Ausruf "That's a wrap" etablierte sich in Hollywood um 1920, als belichteter 35mm-Film nach jedem Drehtag in lichtdichte Behälter verpackt werden musste. Die deutsche Entsprechung "Abgedreht" kam mit der Synchronisation amerikanischer Filme in den 1950er Jahren auf. Während frühe Filmproduktionen aufgrund der Filmkosten extrem sparsam mit Takes umgingen, erlauben moderne digitale Workflows multiple Sicherheitsaufnahmen - der "Wrap" erfolgt heute oft erst nach Kontrolle von 8-12 Takes pro Einstellung.
Praxiseinsatz im Film
Stanley Kubrick verzögerte legendär seine "Wrap"-Entscheidungen: Für die Ballsaal-Szene in "The Shining" (1980) ließ er 38 Takes drehen, bevor er "abgedreht" verkündete. Bei "Fast & Furious"-Produktionen wird täglich um 22:00 Uhr "wrapped", unabhängig vom Drehfortschritt, um Überstundenzuschläge zu vermeiden. Streaming-Serien wie "Stranger Things" verwenden digitale Wrap-Reports mit automatischen Benachrichtigungen an Post-Production und Versicherungen. Der Moment des "Wrap" löst fest definierte Abläufe aus: Equipment-Rückbau beginnt, Kostüme werden inventarisiert, und die Buchhaltung stoppt die Tagesraten aller Crew-Mitglieder.
Vergleich & Alternativen
"Abgedreht" unterscheidet sich von "Cut" (Ende einer einzelnen Aufnahme) und "Schnitt" (Ende einer Einstellung). "Drehschluss" bezeichnet das Ende der gesamten Hauptfotografie einer Produktion, während "Tageswrap" nur den aktuellen Drehtag beendet. Bei internationalen Koproduktionen hat sich "Wrap" als universeller Begriff durchgesetzt, da er sprachunabhängig verstanden wird. Dokumentarfilmer verwenden oft "Kamera aus" statt "Abgedreht", da ihre Drehsituation flexibler und weniger formal strukturiert ist.