Vintage-Objektiv in neuem, cine-tauglichen Gehäuse mit einheitlichen Zahnkränzen und Fokusringen. Kombiniert klassische Optik mit moderner Bedienung.
Technische Details
Das Rehousing umfasst die komplette Neukonstruktion der mechanischen Fassung bei Beibehaltung der originalen Glaselemente. Standardisierte Fokusringe haben einen Drehwinkel zwischen 180° und 270°, während Blendenringe einen stufenlosen Übergang (Declicked) ermöglichen. Die Gehäuse bestehen meist aus CNC-gefrästen Aluminiumlegierungen und wiegen zwischen 1,5kg und 3,2kg je nach Brennweite. Typische Anpassungen umfassen Frontdurchmesser von 95mm oder 114mm für Mattebox-Kompatibilität sowie präzise Auflagemaße für verschiedene Kamerasysteme.
Geschichte & Entwicklung
Das Rehousing entstand um 2008 als Antwort auf den Boom der DSLR-Filmproduktion, als Kameramänner hochwertige Fotoobjektive von Zeiss, Leica oder Canon für Videoarbeiten nutzen wollten. Pioniere wie Duclos Lenses und GL Optics entwickelten die ersten professionellen Rehousing-Services. Zeiss etablierte 2010 mit den Compact Prime CP.2-Objektiven den ersten Herstellerstandard für Foto-zu-Cine-Adaptionen, gefolgt von Sigma mit der Cine-Serie 2016.
Praxiseinsatz im Film
Rehoused Zeiss Contax-Objektive prägten den Look von Filmen wie "Her" (2013) und "Carol" (2015), da sie den charakteristischen Vintage-Look mit modernen Handling-Standards verbinden. Besonders Leica R-Rehouses werden für ihre warme Farbwiedergabe und das sanfte Bokeh geschätzt, während Canon FD-Rehouses wegen ihrer Schärfe bei Low-Budget-Produktionen beliebt sind. Der Workflow erfordert präzise Kalibrierung der Fokusmarkierungen und regelmäßige Wartung der mechanischen Komponenten.
Vergleich & Alternativen
Rehoused-Objektive unterscheiden sich von nativen Cine-Objektiven durch potenziell geringere mechanische Präzision und begrenzte Fokusmarkierungen. Moderne Alternativen wie Sigma Cine oder Samyang XEEN bieten ab Werk Cine-Features zu ähnlichen Preisen. Vintage-Rehouses bleiben jedoch unersetzlich für spezifische optische Charakteristiken, die in modernen Designs nicht replizierbar sind. Native Cine-Objektive bieten hingegen bessere Color-Matching innerhalb einer Serie und längere Haltbarkeit unter Produktionsbedingungen.