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Pulldown
VFX

Pulldown

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Murnau AI illustration
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Konvertierung von 24fps-Film zu 29,97fps-Video durch Wiederholung von Frames nach dem 3:2-Pulldown-Muster. Notwendig für NTSC-Broadcast, später rückgängig zu machen.

Wer 24fps-Material für NTSC-Broadcast ausgeben muss, kommt um den Pulldown nicht herum. Das Verfahren verteilt 24 Filmbilder auf 30 Videoframes (genauer: 29,97fps) — und zwar nach einem strikten Muster: Frame 1 wird dreimal verwendet, Frame 2 zweimal, Frame 3 dreimal, Frame 4 zweimal. Dieses 3:2-Rhythmus wiederholt sich endlos. Das Ergebnis: dein 24fps-Material passt sauber in einen NTSC-Timeline, ohne zu stottern oder Zeitdehnungen zu provozieren.

Die praktische Falle sitzt tiefer als viele denken. Beim ersten Export merkst du vielleicht nichts — die Pulldown-Information sitzt in den Pulldown-Flags der Datei, nicht in den echten Pixeln. Aber sobald du später rückwärts arbeiten musst — etwa beim Schnitt in DaVinci oder bei Color Correction — brauchst du den Inverse Pulldown (auch Telecine Removal), um wieder auf echte 24fps zurückzukommen. Gibst du das Signal falsch ein, bekommst du Judder, Flimmern oder asynchrones Audio. Ich hab's gesehen bei einem Broadcast-Projekt, wo der Colorist die Pulldown-Info ignoriert hat und plötzlich waren alle Motion Graphics gezittert.

Am Set interessiert dich das meist nicht — deine Kamera läuft 24fps, Punkt. Problematisch wird's in der Post: Ob du DCP (24fps) oder Broadcast-Master (29,97fps mit Pulldown) abliefern musst, entscheidet dein Distributor. Manche NLE-Systeme handhaben Pulldown automatisch, andere nicht. Avid hatte lange die Reputation, damit sauberer umzugehen als Premiere. Final Cut Pro X macht's teilweise transparent — zu transparent, weil du nicht immer merkst, dass Pulldown aktiv ist.

Ein praktischer Tipp: Speichere dir dein Offline-Material immer in echtem 24fps. Pulldown nur auf dem finalen Master-Export anwenden. Und wenn du mit RED-, ARRI- oder anderen Cinema-Kameras drehst: Stelle sicher, dass dein Proxying-Workflow die Frame-Rate bewahrt, sonst brauchst du später neue Proxies für die Broadcast-Version — ein teurer Fehler. Der Pulldown ist eine Brückentechnologie aus der Analog-Ära; mit modernem 4K und IP-Delivery wird sie weniger relevant, aber im klassischen Broadcast sitzt sie noch immer fest im Workflow.

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