24p-Film auf 60i-Video: vier Bilder werden in fünf Videofelder gestreckt — zwei Felder, drei Felder, zwei, drei, zwei. NTSC-Standard, sauberer als 2:2, aber Inverse Telecine notwendig für saubere Rückverwandlung.
Wer 24p-Filmmaterial auf NTSC-Video (60i) umrechnen muss, kommt um das 3:2-Pulldown nicht herum — und wer es nicht versteht, kriegt Ghosting, Artefakte und im Schnitt Kopfschmerzen. Das Verfahren dehnt vier Filmbilder auf fünf Videofelder, indem es ein bestimmtes Muster wiederholt: zwei Felder für Bild 1, drei Felder für Bild 2, zwei für Bild 3, drei für Bild 4. Dann von vorne. Dadurch entsteht das Verhältnis 3:2 — der Name ist Programm.
Die praktische Notwendigkeit: Film läuft mit 24 fps, NTSC-Video mit 29,97 fps (faktisch 30 fps). Um die Geschwindigkeit anzupassen, ohne einfach Bilder zu duplizieren oder zu überspringen, wurde dieses asymmetrische Verfahren entwickelt. Im Gegensatz zum älteren 2:2-Pulldown (zwei Felder pro Bild, gleichmäßig) verteilt sich die zeitliche Last ungleichmäßiger — aber dafür flüssiger. Theoretisch. In der Praxis sieht man bei schnellen Kamerabewegungen oder Text-Crawls trotzdem Juddern, wenn die Technik nicht sauber implementiert ist.
Am Set oder in der Postproduktion wird 3:2 vor allem dann relevant, wenn Du Filmmaterial direkt zu Videoausgang konvertierst — etwa für Fernseh-Ausstrahlung im NTSC-Raum (USA, Japan, Südamerika). Moderne Kameras und DCP-Player handhaben das intern; kritisch wird es, wenn Du mit Rohmedien jonglierst oder Legacy-Hardware einsetzt. Die größte Falle: Wenn Pulldown einmal angewendet ist und Du das Material später wieder in 24p zurückkonvertieren willst, brauchst Du Inverse Telecine — ein eigenständiges Verfahren, das die Pulldown-Information dekodiert und die ursprünglichen vier Bilder rekonstruiert. Ohne Inverse Telecine endet man mit verrauschtem, interpoliertem Material.
Im VFX-Workflow ist 3:2 heute weniger kritisch als noch in den 2000ern, seit DCI und Streaming 24p-nativ bevorzugen. Trotzdem: Wer mit älteren Archiv-Material, Fernsehausstrahlungen oder internationalen Versionen für NTSC arbeitet, muss das Pulldown kennen — und dokumentieren, ob es angewendet wurde. Ein einfacher Fehler: Material mit Pulldown schneiden, als wäre es 24p nativ, und dann wundert man sich über zeitliche Inkongruenzen beim Re-Timing.