Anamorphe Linse von Panavision aus den 1980ern — kompakt, leicht, ideal für Handheld und Steadicam. Prägt den Look zahlreicher Blockbuster mit breiterem Bildformat und charakteristischem Lens Flare.
Überblick
Die C Series Anamorphic ist eine Serie anamorphotischer Festbrennweiten (Primes) des US-Herstellers Panavision. Sie wurde 1968 eingeführt und gilt seither als eine der meistgenutzten anamorphotischen Optik-Serien im Spielfilmbereich. Charakteristisch ist die kompakte, leichte Bauweise im Vergleich zu vielen anderen anamorphotischen Linsen – ein Grund, warum die Serie über Jahrzehnte hinweg im Einsatz blieb, häufig auch parallel zu neueren Panavision-Serien (E, G, T) am selben Set.
Wie bei klassischen Panavision-Anamorphoten erfolgt die Stauchung über ein zylindrisches Frontelement mit einem Squeeze-Faktor von 2x: Das Bild wird horizontal um den Faktor 2 zusammengestaucht aufgezeichnet und bei der Projektion bzw. im Schnitt wieder entzerrt, was das breite anamorphotische Bildformat ergibt. Die Serie wird ausschließlich über das Panavision-Rental-Modell vergeben (nicht verkauft) und nutzt den Panavision-eigenen PV-Mount.
Optische Charakteristik
Die C Series wird nicht wegen technischer Perfektion geschätzt, sondern wegen ihres organischen, „cinematischen" Looks. Typische Merkmale:
- Ausgeprägter anamorphotischer Flare (oft die markanten horizontalen Lichtstreifen bei Gegenlicht).
- Ovales Bokeh – Unschärfekreise erscheinen durch die zylindrische Optik vertikal gestreckt/oval.
- Graduelle Schärfentiefe und ein weiches, schmeichelhaftes Auslaufen der Unschärfe.
- Vorhersagbares Verhalten über das gesamte Bildfeld bei allen Blenden.
Diese „Imperfektionen" werden von Kameraleuten gezielt eingesetzt; teils wurden C-Series-Linsen bewusst mit anderen Serien gemischt, um deren unterschiedliche Charaktere innerhalb einer Szene zu nutzen.
Technische Daten
Die Serie deckt einen weiten Brennweitenbereich von Weitwinkel bis Tele ab. Die maximalen Blendenöffnungen variieren je nach Brennweite; die lichtstärksten Brennweiten öffnen bis etwa T2.3. Längere Brennweiten haben vergleichsweise große Mindest-Objektabstände (Naheinstellgrenzen).
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Typ | Anamorphotische Festbrennweite (Prime) |
| Hersteller | Panavision |
| Einführung | 1968 |
| Squeeze-Faktor | 2x |
| Brennweitenbereich | ca. 30 mm bis 100 mm (Kernserie), ergänzt durch weitere Brennweiten |
| Max. Blende (lichtstärkste Brennweiten) | bis ca. T2.3 |
| Mount | Panavision PV-Mount |
| Vergabe | nur Verleih (Rental) |
Einsatz am Set
Die C Series ist auf zahlreichen Großproduktionen zum Einsatz gekommen und wurde von namhaften Kameraleuten genutzt. Aufgrund der unterschiedlichen Naheinstellgrenzen und Blendenwerte der einzelnen Brennweiten ist bei der Objektivauswahl auf den jeweils benötigten Mindestabstand und die Lichtstärke zu achten. Wegen ihres Gewichts- und Größenvorteils eignet sich die Serie auch für bewegliche Setups (Handheld, Steadicam, beengte Drehorte). Die Linsen werden häufig mit neueren Panavision-Anamorphoten kombiniert, um gezielt unterschiedliche Flare- und Bokeh-Charaktere zu mischen.