Anamorphe Objektive von Panavision für Cinemascope-Format — erzeugen charakteristische Lens Flares und ovale Bokeh-Kreise.
Definition
Panavision Anamorphot bezeichnet die von der Panavision Corporation entwickelten anamorphotischen Objektive, die Bildkompression im Verhältnis 2:1 horizontal auf 35mm-Film ermöglichen und bei der Projektion auf das Cinemascope-Format 2,39:1 entzerrt werden. Diese Linsensysteme verwenden zylindrische Elemente zur horizontalen Bildkompression, wodurch ein breiteres Sichtfeld auf Standard-35mm-Film erfasst wird. Der Begriff kombiniert den Firmennamen mit dem griechischen "anamorphosis" (Umformung).
Technische Details
Panavision-Anamorphote komprimieren das Bild horizontal um den Faktor 2:1, während die vertikale Dimension unverändert bleibt. Typische Brennweiten reichen von 35mm bis 200mm, wobei das 75mm Primo Anamorphic als Standardbrennweite gilt. Die Objektive erzeugen charakteristische ovale Bokeh-Kreise und horizontale Lens Flares durch ihre zylindrischen Elemente. Moderne Serien wie die Primo Anamorphics erreichen T-Blenden von 1.9 bis 22, während die G-Serie mit T1.5 beginnt. Das Auflagemaß beträgt 57,15mm für Panavision-Kameras.
Geschichte & Entwicklung
Robert Gottschalk gründete 1954 Panavision und entwickelte die ersten eigenen Anamorphote 1959 als Reaktion auf Foxs Cinemascope-System von 1953. Der Durchbruch gelang 1959 mit "Ben Hur", gedreht mit Panavision Ultra Panavision 70. 1963 führte Panavision die Super Panavision-Objektive ein, 1982 folgten die ersten Primo-Anamorphote. Die C-Serie (1976) und E-Serie (1989) etablierten Panavision als Marktführer. Heute dominieren die digitalen G- und T-Serien, entwickelt für 6K-8K-Sensoren.
Praxiseinsatz im Film
Klassische Panavision-Anamorphote prägten Filme wie "Lawrence of Arabia" (1962), "Blade Runner" (1982) und "Gladiator" (2000). Roger Deakins verwendete G-Serie-Objektive für "1917" (2019), während Greig Fraser die T-Serie für "Dune" (2021) einsetzte. Die Objektive erfordern spezielle Mattebox-Filter und Follow-Focus-Systeme. Panavision vermietet ausschließlich, verkauft keine Objektive. Die charakteristischen horizontalen Flares und das ovale Bokeh sind gezielt eingesetzte Stilmittel.
Vergleich & Alternativen
Panavision konkurriert mit Arri Master Anamorphic, Zeiss Anamorphic und Cooke Anamorphic. Während Zeiss schärfer abbildet, bietet Panavision wärmere Hauttöne. Spherical-Objektive mit Crop erzielen ähnliche Bildformate, verzichten aber auf anamorphotische Charakteristika. Moderne Alternativen umfassen Hawk V-Lite oder Atlas Orion, die preiswerter sind. Panavision bleibt bei High-End-Produktionen Standard wegen konsistenter Bildqualität und weltweitem Service-Netzwerk.