US-Hersteller von Profi-Kameras und Objektiven — vermietet ausschließlich an Filmproduktionen, verkauft nicht an Endkunden.
Technische Details
Panavision-Anamorphoten verwenden zylindrische Linsenelemente, die das Licht nur in horizontaler Richtung brechen. Standard-Panavision komprimiert horizontal um 2:1, während Ultra Panavision 70 (1,25:1 Kompression) ein extremes 2,76:1-Format erzeugt. Die Objektive weisen charakteristische ovale Unschärfekreise (Bokeh) und horizontale Lens Flares auf. Moderne Panavision-G- und H-Serien bieten Brennweiten von 17mm bis 150mm bei T-Blenden zwischen T1.4 und T22. Das System arbeitet mit 35mm-Film oder digitalen Sensoren im entsprechenden Crop-Faktor.
Geschichte & Entwicklung
Robert Gottschalk gründete Panavision 1953 als Antwort auf das konkurrierende CinemaScope-System von Fox. Der erste Film mit Panavision-Optiken war "The Big Fisherman" (1959). 1957 entwickelte Panavision das Auto Panatar-System, 1965 folgte Super Panavision 70 für 65mm-Film. Ultra Panavision 70 debütierte 1962 mit "Mutiny on the Bounty". Nach der Übernahme durch Panavision Inc. 1965 etablierte sich das Unternehmen als Marktführer für Verleihoptiken in Hollywood. 2019 übernahm die Light Iron-Muttergesellschaft das Unternehmen.
Praxiseinsatz im Film
Panavision prägte das moderne Breitwandkino: "Lawrence of Arabia" (1962, Super Panavision), "Ben-Hur" (1959, MGM Camera 65), "2001: A Space Odyssey" (1968) nutzten das System für epische Darstellungen. Quentin Tarantino drehte "The Hateful Eight" (2015) bewusst in Ultra Panavision 70. Die anamorphotische Verzerrung verstärkt Weitwinkel-Effekte und erzeugt charakteristische Tiefenschärfe-Verläufe. Bei Schwenks entstehen typische Warp-Effekte an den Bildrändern. Das System eignet sich besonders für Landschaftsaufnahmen und actionreiche Sequenzen.
Vergleich & Alternativen
Konkurrenzprodukte sind Cooke Anamorphic, ARRI Master Anamorphic und Hawk V-Lite. Panavision vermietet ausschließlich, während andere Hersteller auch verkaufen. Digital-Cinema-Kameras wie ARRI Alexa oder RED können anamorphotische Looks auch durch Sensor-Cropping simulieren. Spherical-Objektive mit 2,39:1-Crop bieten weniger charakteristische Optik, aber einfachere Handhabung. Vintage-Panavision-Linsen aus den 1970ern sind für ihren warmen, weichen Look begehrt, moderne G- und H-Serien bieten höhere Schärfe und weniger Verzerrung.