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Locked Picture
Schnitt

Locked Picture

Murnau AI illustration
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Schnitt ist final freigegeben — keine Änderungen an Längen, Übergängen oder Schnittfolge mehr. Ab hier gehen Ton, Farbkorrektur und VFX in Produktion; Rückfragen kosten Zeit und Geld.

Der Schnitt liegt vor — und ab jetzt rührt man ihn nicht mehr an. Locked Picture bedeutet, dass die Bildfolge in ihrer endgültigen Form vorliegt. Keine Frame-Trimms mehr, keine nachträglichen Schnitte zwischen Einstellungen, keine neuen Übergänge. Der Editor gibt grünes Licht, der Regisseur nickt ab, und dann geht das Material in die nächste Phase: Ton, Farbkorrektur, Visual Effects — alle Gewerke bauen auf dieser fixierten Bildversion auf.

In der Praxis ist dieser Moment ein Meilenstein, aber auch eine Nervenprobe. Denn Locked Picture bedeutet Verbindlichkeit. Der Sound Designer synchronisiert Musik und Effekte exakt auf die Schnittkanten — verschiebt sich später noch ein Cut um zwei Frames, sitzt die Explosion nicht mehr. Der Farbkorrektur-Suite wird das finale DCP-Format vorgegeben, die Schnittlisten werden an alle Abteilungen verteilt. Jede nachträgliche Änderung an der Bildfolge erzeugt Mehrkosten, weil alle abhängigen Prozesse neu kalkuliert und teilweise wiederholt werden müssen. Bei Blockbustern mit hunderten VFX-Shots ist eine Rückkehr zum offenen Schnitt wirtschaftlich oft nicht mehr tragbar.

Deshalb wird vor diesem Punkt intensiv diskutiert. Der Rough Cut, der erste Assembly — diese Phasen sind zum Experimentieren da. Man schaut mit Regisseur und Produzent, was funktioniert, wo eine Szene atmet oder wo sie stranguliert wird. Pacing-Probleme, Übergangsrisse, Timing-Fehler — alles wird noch behandelt. Aber sobald Locked Picture ausgerufen wird, heißt es: Die Entscheidung fällt. Punkt.

Praktisch am Set: Der Editor kommuniziert diesen Status klar an alle Departments. Die Schnittlisten werden als finale Version gekennzeichnet — oft mit Versionsnummer und Freeze-Datum. Bei längeren Produktionen gibt es auch mehrere Locked Cuts hintereinander (Teaser-Version, Kinofassung, TV-Fassung), aber jeder einzelne ist dann eine autonome, in sich geschlossene Entität. Wer noch nach Lock Veränderungen durchsetzen will, braucht entweder eine sehr gute Begründung oder — und das kommt vor — akzeptiert, dass bestimmte Downstream-Arbeiten neu gemacht werden müssen. Das ist teuer. Deshalb sitzt die Locked Picture-Entscheidung.

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