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Lock Cut
Schnitt

Lock Cut

locked cut
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Murnau AI illustration
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Schnittfassung, die alle inhaltlichen und rhythmischen Entscheidungen festlegt — Musik, Effekte und VFX folgen dieser Version. Vom Editor freigegeben, nicht mehr veränderbar für nachgelagerte Abteilungen.

Der Moment, in dem der Editor dem Regisseur und der Produzentin signalisiert: «Das war's. Der Schnitt steht.» Das ist der Lock Cut — jene Fassung, die alle zeitlichen, narrativen und rhythmischen Entscheidungen in Stein meißelt. Ab hier bewegen sich Sound Designer, Komponist und VFX-Supervisor nach dieser Vorlage. Nicht umgekehrt.

Was macht einen Schnitt «locked»? Nicht nur, dass keine Shots mehr verschoben werden. Es geht um die Framegenauigkeit: Musik muss auf diese exakten Schnitte hinarbeiten, Soundeffekte müssen in diese definierten Lücken passen, und jede visuelle Effekt-Plate ist jetzt ein fixes Ziel. Im Gegensatz zu einer «rough cut» oder einer «assembly» — wo noch experimentiert wird — ist beim Lock Cut das Zeitbudget jeder Szene nicht mehr verhandelbar. Das spart dem gesamten Post-Team Neuarbeit und damit Kosten und Zeit.

Die Praxis zeigt: Ein Lock Cut entsteht erst, wenn Regisseur, Editor und Produzent gemeinsam nicken. Das passiert nicht immer beim ersten Anlauf. Häufig durchläuft ein Schnitt mehrere «near-lock»-Phasen, bei denen noch kleine Justierungen erlaubt sind — eine halbe Sekunde früher raus, zwei Frames später rein. Dann kommt der Punkt, wo diese Flexibilität endet. Der Editor exportiert die Picture-Lock-Version, erstellt ein Locked-Cut-DCP und gibt die Timecode-Liste an alle Postproduktions-Abteilungen frei.

Ohne einen echten Lock Cut wird Post zum Chaos: Der Komponist schreibt einen Score, der perfekt auf Szene-Ende passt — dann verkürzt der Editor die Szene um zwei Sekunden, und die Musik ist out. Die Sound-Layer, auf spezifische Schnitt-Rhythmen abgestimmt, müssen komplett neu gedreht werden. Die VFX-Shots passen zeitlich nicht mehr zu ihren Umgebungen. Ein Lock Cut schützt vor dieser Verschwendung.

Wichtig: Ein Lock Cut ist nicht «final». In Advance Screenings oder bei Distributoren können noch kleinere Schnitte angefordert werden — ein Frame Trim hier, ein Dialog-Replace dort. Aber das sind Ausnahmen und bedeuten Zusatzkosten. Deshalb die Regel: Der Lock Cut wird so sorgfältig behandelt wie ein Vertrag. Alle nachgelagerten Abteilungen planen ihre Timeline, ihre Budgets und ihre Deliverables um diese Referenz herum. Der Editor und der Schnittleiter sind in diesem Stadium nicht mehr die kreativen Pioniere — sie sind die Garanten der logistischen Stabilität.

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