Farbpalette mit maximal 256 Farbtönen — jedes Pixel verweist auf einen Index statt RGB-Wert zu speichern. Spart Speicher, erzeugt aber Posterisierungen bei Farbübergängen.
Wer mit digitalem Bildmaterial arbeitet, trifft auf Indexed Color meist beim Umgang mit älteren Formaten oder beim Optimieren für Web-Delivery. Statt jeden Pixel als vollständigen RGB-Wert (je 8 Bit pro Kanal, also 24 Bit Farbtiefe) zu speichern, referenziert Indexed Color auf eine Farbtabelle — eine Palette von maximal 256 Farbtönen. Jeder Pixel speichert nur einen Index, eine Nummer zwischen 0 und 255, die auf die entsprechende Farbe in dieser Tabelle verweist. Das reduziert den Speicherbedarf dramatisch: Statt 3 Bytes pro Pixel braucht man nur 1 Byte.
Im praktischen Workflow am Set oder in Post-Production wird dir Indexed Color hauptsächlich bei der Arbeit mit älteren Dateiformaten begegnen — GIF, PNG-8, oder bestimmten DPX-Varianten aus den 1990ern und frühen 2000ern. Manche VFX-Software nutzt Indexed Color intern als Zwischenschicht für schnellere Renderzeiten oder für bestimmte Rotoscope- und Matte-Operationen. Der Vorteil liegt auf der Hand: die Dateigröße ist klein, die Verarbeitung schnell. Der Nachteil ist genauso klar — du bekommst Posterisierungen und Farbstreifen in Bereichen mit feinen Farbverläufen. Ein blauer Himmel mit Gradient wird zur Treppe aus Farbblöcken, Haut-Übergänge wirken flächig und künstlich.
Wenn du mit modernem 8-Bit oder 10-Bit Bildmaterial arbeitest, wirst du Indexed Color als aktive Entscheidung selten treffen. Es lohnt sich aber zu wissen, dass man eine Palette optimieren kann — durch Color Quantization-Algorithmen, die die 256 häufigsten oder wichtigsten Farben aus dem Original extrahieren. Das minimiert den sichtbaren Qualitätsverlust. Manche Compositing-Pakete bieten solche Optimierungen an. In der VFX-Pipeline begegnet dir Indexed Color manchmal beim Arbeiten mit Legacy-Footage oder wenn du für Broadcast mit strengen Bandbreitenvorgaben liefern musst.
Für moderne Kinoproduktion ist Indexed Color irrelevant — du brauchst mindestens 10-Bit oder besser 16-Bit Farbtiefe für Color Grading und finale Ausgabe. Aber wer sich mit historischem Filmdigitalisat, Archiv-Transfers oder Web-Optimierung befasst, sollte verstehen, wie die Palette funktioniert und wo die Qualitätsfalle lauert.