Film-Klebeverfahren mit Wärmeleitung statt Kleber — verbindet zwei Filmende durch Erhitzung. Schneller als kalte Splices, aber nur für Positiv- und Zwischenfilm.
Die Klebepresse arbeitet nach einem Prinzip, das sich fundamental von kalten Klebeverbindungen unterscheidet: Zwei Filmenden werden durch gezielt angebrachte Hitze und Druck miteinander verschweißt. Der Prozess schmilzt die Cellulose-Träger- und Emulsionsschichten so kontrolliert auf, dass sie ineinander übergehen — eine mechanische Verschmelzung statt chemischer Klebstoff. Am Set und in der Schnittgruppe braucht ihr diese Technik, wenn ihr mit positivem Filmmaterial arbeitetet oder mit Zwischennegativen (Intermediates). Bei Rohfilm und Original-Negativen: Finger weg. Die Hitze würde die Emulsion beschädigen.
Der praktische Vorteil liegt in der Geschwindigkeit und Haltbarkeit. Eine Klebepresse verbindet zwei Enden in Sekunden — der Schnitt ist sofort einsatzfähig, keine Wartezeit wie bei chemischen Klebesplices, die aushärten müssen. Die Verbindung sitzt solider, elastischer, und verzieht sich nicht durch Alterung. Für Vorführkopien, die mehrfach durch den Projektor laufen, oder für Arbeitscopies, die intensiv geschnitten werden, ist das entscheidend. Ihr erkennt eine gut gemachte Klebepresse an der gleichmäßigen, transparenten Naht — kein Riss, keine Blasen im Material.
Die Handhabung erfordert Erfahrung. Die Filmenden müssen präzise aneinander passen — nicht überlappend wie beim kalten Splice, sondern stumpf aneinander stoßend. Zu viel Hitze verbrennt die Schicht; zu wenig hält nicht. Profis arbeiten mit digitalen Temperaturreglern und definierten Pressdauern (meist 0,5 bis 2 Sekunden bei 140–160°C, je nach Filmtyp). Bei schwarz-weiß Positiven und Farbinternegativen funktioniert das zuverlässig. Sobald aber Originalfarbmaterial im Spiel ist, greifen Cutter zur kalten oder zur Wet-Gate-Methode — das Risiko einer Wärmebeschädigung ist zu groß. Ein verschmolzenes Original ist verloren.
Im digitalen Zeitalter haben Klebepresse und Hot Splice an Bedeutung verloren — wer noch mit 35mm-Schnitt arbeitet, nutzt sie aber weiterhin für Schlussmaterial und für TV-Ausstrahlungs-Versionen. Die Klebepresse gehört zur handwerklichen Grundausrüstung jeder professionellen Schnittgruppe, die mit positivem Film arbeitet.