Die Hauptdarsteller einer Produktion — im Gegensatz zum 'Second Team' (Stand-ins) bei Licht- und Kameraproben.
Technische Details
Hauptdarsteller erhalten separate Garderoben mit mindestens 9 m² Grundfläche, eigene Make-up-Stationen und reservierte Parkplätze innerhalb 100 Meter des Sets. Die Vertragsklausel "First Team" garantiert maximale Wartezeiten von 12 Stunden zwischen Abruf und Drehbeginn. Bei Außendrehs stehen klimatisierte Trailer mit 2,4 m Deckenhöhe zur Verfügung. Second Unit-Aufnahmen ohne Hauptdarsteller reduzieren die Tagesgage auf 50-70% der vereinbarten Summe.
Geschichte & Entwicklung
MGM etablierte 1927 das First Team-System zur Optimierung kostspieliger Starauftritte. Louis B. Mayer führte die strikte Trennung zwischen Haupt- und Nebendarstellern ein, nachdem Verzögerungen durch Greta Garbo das Budget von "Flesh and the Devil" um 340.000 Dollar überschritten hatten. Ab 1935 standardisierte die Screen Actors Guild die Begrifflichkeiten. Das System erreichte in den 1950er Jahren seine Perfektion, als Studios bis zu 8 Hauptdarsteller gleichzeitig unter Langzeitvertrag hielten.
Praxiseinsatz im Film
Christopher Nolans "Dunkirk" (2017) arbeitete mit einem 6-köpfigen First Team, das 89% der 106 Drehtage anwesend war. Marvel Studios koordiniert bei "Avengers"-Produktionen bis zu 12 Hauptdarsteller mit individuellen Drehplänen, die maximal 40 Drehtage pro Darsteller vorsehen. Die Kontinuität erfordert identische Kostüme in dreifacher Ausführung und dokumentierte Make-up-Protokolle für jeden Drehtag. Krankmeldungen eines Hauptdarstellers kosten durchschnittlich 180.000 Euro pro verlorenen Drehtag.
Vergleich & Alternativen
Featured Players (Nebendarsteller mit Namen im Vorspann) benötigen keine permanente Set-Präsenz und arbeiten mit flexiblen 48-Stunden-Abruffristen. Background Artists (Komparsen) erhalten Sammelgarderoben und standardisierte Verpflegung. Ensemble-Filme wie "The Grand Budapest Hotel" verwischen diese Grenzen durch multiple Hauptrollen mit unterschiedlichen Drehvolumen. Streaming-Produktionen entwickeln neue Hybrid-Modelle mit rotierenden First Teams für episodische Formate.