Rechte Hand des Regisseurs — plant Drehablauf, führt Set-Kommandos und koordiniert alle Abteilungen während der Aufnahme.
Technische Details
Der First AD arbeitet mit präzisen Zeitvorgaben: Durchschnittlich plant er 12-16 Setups pro Drehtag, kalkuliert 45-90 Minuten für komplexe Einstellungen und koordiniert Teams von 30-150 Personen je nach Produktionsumfang. Seine Dokumentation umfasst täglich 8-12 Progress Reports, Continuity Reports und die Planung der kommenden 3-5 Drehtage. Moderne First ADs nutzen spezialisierte Software wie Movie Magic Scheduling oder StudioBinder für die Disposition von bis zu 200 Einzelterminen pro Drehtag.
Geschichte & Entwicklung
Die Position entstand 1915 bei D.W. Griffiths "The Birth of a Nation", als erstmals ein dedizierter Organisator für die 18-monatige Produktion eingesetzt wurde. 1928 etablierte die Academy of Motion Picture Arts and Sciences offizielle Richtlinien für die Funktion. Der deutsche Begriff "Aufnahmeleiter" prägte sich in den 1930er Jahren, während sich international "First Assistant Director" durchsetzte. Seit den 1970er Jahren ist die Position bei Spielfilmproduktionen mit Budgets über 2 Millionen Dollar standardmäßig besetzt.
Praxiseinsatz im Film
Bei Christopher Nolans "Dunkirk" (2017) koordinierte First AD Nilo Otero drei parallele Dreheinheiten über 106 Drehtage, synchronisierte 1.500 Komparsen und verwaltete täglich 847 Kostüme. Typische Workflows beginnen um 5:00 Uhr mit der Sichtung der Wetterdaten, gefolgt von der Abstimmung mit 12-15 Abteilungsleitern bis 6:30 Uhr. Der First AD gibt durchschnittlich alle 8-12 Minuten Anweisungen über Funk und dokumentiert minutengenau Verzögerungen ab 15 Minuten Abweichung vom Drehplan.
Vergleich & Alternativen
Der First AD unterscheidet sich vom Second AD durch direkte Regievertretung statt reiner Logistikabwicklung und vom Script Supervisor durch Zukunftsplanung statt Kontinuitätsdokumentation. Bei Low-Budget-Produktionen unter 500.000 Euro übernimmt oft ein Line Producer diese Funktionen. Dokumentarfilme setzen stattdessen Production Manager ein, die flexibler auf unplanbare Situationen reagieren. Streaming-Produktionen entwickeln zunehmend "Digital ADs", die remote mehrere Einheiten koordinieren.