Flackerndes Licht zur Simulation von Kerzenschein — erzeugt durch LED-Dimmer oder mechanische Unterbrechung.
Überblick
Der Candle Effect (deutsch: Kerzen-Effekt) ist kein eigenständiges Gerät, sondern ein vorprogrammierter Lichteffekt-Modus, wie er in modernen LED-Scheinwerfern integriert ist. Er simuliert das warme, unruhige Flackern einer Kerzenflamme: eine geringe, kontinuierlich schwankende Helligkeit kombiniert mit einer warmen Farbcharakteristik. Damit lässt sich am Set glaubwürdig motiviertes Kerzenlicht erzeugen, ohne offene Flammen verwenden zu müssen.
Der Effekt gehört zur Familie der Lighting Effects (Lighting FX), die viele Hersteller als Set fester Presets ausliefern. Bei ARRI ist "Candle" einer von 17 vorprogrammierten Effekten (u. a. SkyPanel und Orbiter); bei Aputure ist "Candle" einer der Effekte der Nova-Panel-Serie. Vor der Verbreitung dieser eingebauten Effekte mussten vergleichbare Flacker-Looks über externe Flicker-Boxen oder manuell programmierte DMX-Sequenzen erzeugt werden.
Funktionsweise und Parameter
Der Effekt moduliert über die Zeit primär die Intensität (und je nach Fixture auch leicht die Farbe), um die zufällige Bewegung einer Flamme nachzubilden. Herstellerübergreifend gilt, dass jeder Effekt über mehrere einstellbare Parameter verfügt, mit denen sich der Look an die Szene anpassen lässt. Typischerweise einstellbar sind:
- Grund-Helligkeit / Intensität des Effekts
- Geschwindigkeit bzw. Rate des Flackerns
- Stärke oder Tiefe der Helligkeitsschwankung
- Farbeinstellung über den jeweiligen Farbmodus des Geräts (z. B. CCT/Farbtemperatur oder HSI)
Da der Effekt in den regulären Farbmodi des Scheinwerfers läuft, kann die Warmtönung über die Farbtemperatur- bzw. HSI-Steuerung gesetzt werden, statt über fest verdrahtete Werte. Konkrete numerische Voreinstellungen unterscheiden sich je nach Hersteller, Modell und Firmware.
Einsatz am Set
Bedient wird der Candle Effect je nach Gerät über das On-board-Menü des Scheinwerfers, die Hersteller-App oder per DMX/Lichtpult, sodass mehrere Fixtures synchron oder versetzt laufen können. Typische Anwendungen:
- Motiviertes Kerzen- oder Laternenlicht in Period- und Innenraum-Szenen
- Unterstützung praktischer Kerzen im Bild, deren reale Leuchtkraft für die Belichtung oft nicht ausreicht
- Stimmungs- und Hintergrundlicht mit unruhigem, organischem Charakter
In der Praxis wird der Effekt häufig mit Diffusion und einer engen, von der Bildquelle (Kerze, Lampe, Feuer) ausgehenden Lichtführung kombiniert, damit Richtung und Qualität des Lichts zur sichtbaren Quelle passen.