Kompakte 35mm-Filmkamera von ARRI mit geringem Gewicht, ideal für Handheld-Aufnahmen und dokumentarische Drehs.
Technische Details
Die Arriflex 235 arbeitet mit einem kristallgesteuerten Motor, der Aufnahmegeschwindigkeiten von 3 bis 40 Bildern pro Sekunde ermöglicht. Das Kamerasystem verwendet 120m- oder 300m-Magazine und verfügt über einen rotierenden Spiegelverschluss mit 180° Öffnungswinkel (optional 144° oder 172,8°). Die Kamera akzeptiert alle gängigen 35mm-Objektive mit PL-Mount und bietet optischen und Video-Tap-Sucher. Der integrierte Timecode-Generator synchronisiert präzise mit externen Geräten. Als Varianten existierten die Standard-235 und die leicht modifizierte 235-H für spezielle Handheld-Anwendungen.
Geschichte & Entwicklung
ARRI entwickelte die 235 als Antwort auf die wachsende Nachfrage nach kompakteren 35mm-Kameras für den dokumentarischen Bereich und Independent-Produktionen. Die Kamera basierte auf der bewährten Mechanik der 16mm Arriflex SR-Serie, skaliert auf 35mm-Format. Produktionsende war 2010, als digitale Kameras zunehmend den 35mm-Film verdrängten. Die 235 markierte ARRIs letzten Versuch, eine kostengünstige 35mm-Kamera für kleinere Produktionen anzubieten.
Praxiseinsatz im Film
Die Arriflex 235 fand hauptsächlich in dokumentarischen Produktionen, Independent-Filmen und als B-Kamera in größeren Spielfilmproduktionen Verwendung. Dokumentarfilmer schätzten die kompakten Abmessungen für lange Handheld-Sequenzen. Der typische Workflow umfasste 16:9-Aufnahmen im Super-35-Format mit anschließendem Telecine-Transfer oder direkter Filmabtastung. Nachteile waren die begrenzte Objektivauswahl gegenüber professionelleren Modellen und das fehlende präzise Frameline-System für verschiedene Bildformate.
Vergleich & Alternativen
Gegenüber der Arriflex 435 war die 235 deutlich kompakter, aber weniger vielseitig in der Objektivwahl und Zubehörkonfiguration. Die Konkurrenz bildeten Cameras wie die Aaton 35-III oder Panavision Millennium XL2. Als digitale Nachfolger positionierte ARRI später die Alexa Mini, die ähnliche Kompaktheit bei deutlich erweiterten Möglichkeiten bietet. Heute werden 35mm-Produktionen primär mit der Arriflex 435 oder speziellen Vintage-Kameras realisiert, während die 235-Nische vollständig von digitalen Systemen übernommen wurde.