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Black Wrap
Produktion · Begriffe

Black Wrap

Murnau AI illustration
color temperature flow roll take wrap

Schwarze, matte Aluminiumfolie zum Abschatten unerwünschter Lichtreflexe. Lässt sich beliebig formen und hinterlässt keine Kleberückstände.

Technische Details

Black Wrap besteht aus einer 25 Mikrometer dünnen Aluminiumfolie mit schwarzer Polyesterbeschichtung auf einer Seite. Die Folie ist formbar bis zu einem Radius von 2 mm ohne Rissbildung und hitzestabil bis 180°C. Standardrollen haben eine Breite von 30 cm und eine Länge von 7,6 m. Die Lichtabsorption beträgt 98,2% auf der schwarzen Seite, während die Silberseite eine Reflektivität von 85% aufweist. Die Folie lässt sich ohne Werkzeug von Hand formen und behält ihre Form dauerhaft bei.

Geschichte & Entwicklung

Rosco entwickelte Black Wrap 1954 als Antwort auf die wachsenden Anforderungen der Fernsehproduktion nach präziserer Lichtsteuerung. Zuvor verwendeten Beleuchter improvisierte Lösungen wie geschwärzte Metallbleche oder Pappe. 1962 führte Rosco die doppelt dicke Version "Heavy Duty Black Wrap" ein. Lee Filters brachte 1971 mit "Black Foil" eine Konkurrenzversion auf den Markt. Seit den 1980er Jahren gehört Black Wrap zur Standardausrüstung jeder professionellen Filmproduktion.

Praxiseinsatz im Film

Black Wrap formt Lichtspots, eliminiert Lichtspill und schafft harte Schattenkanten. Bei "Blade Runner 2049" verwendete Roger Deakins Black Wrap für präzise Gesichtsmodellierung in den Verhörszenen. Die Folie wird direkt an Scheinwerfern angebracht, um Torblenden (Barn Doors) zu erweitern oder Zwischentöne aus der Ausleuchtung zu entfernen. Typische Anwendungen sind das Abschatten von Kameraobjektiven, das Formen von Fensterlichtsituationen und die Erstellung von Negativfill-Flächen. Die Formbarkeit ermöglicht komplexe dreidimensionale Lichtführung ohne zusätzliche Halterungen.

Vergleich & Alternativen

Im Gegensatz zu starren Torblenden passt sich Black Wrap jeder gewünschten Form an und wiegt nur 2,7 g/m². Cinefoil von Roscotex bietet identische Eigenschaften, während LEE Black Foil minimal dicker ist (0,03 mm). Moderne LED-Panels mit digitaler Lichtformung ersetzen Black Wrap teilweise, erreichen aber nicht die absolute Präzision bei der Abschattung. Duvetyne-Stoff absorbiert Licht ähnlich effektiv, lässt sich jedoch nicht so präzise formen. Black Wrap bleibt für punktuelle Lichtkorrektur und spontane Anpassungen am Set unverzichtbar.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich setze Black Wrap ein, um harte Lichtschnitte zu erzeugen und unerwünschte Reflexe zu eliminieren, besonders bei Available-Light-Situationen wo ich keine Zeit für aufwendige Flag-Konstruktionen habe. Die Folie lässt sich direkt am Objektiv anbringen, um Lens Flares gezielt zu vermeiden, ohne das Bildfeld einzuschränken. Für dramatische Gesichtsausleuchtung forme ich damit präzise Lichtfenster, die selbst bei 8K-Auflösung absolut scharfe Schattenkanten erzeugen.

Regisseur

Black Wrap nutze ich, um Stimmungen durch gezielte Lichtführung zu verstärken – etwa wenn ich Charaktere emotional isolieren oder die Aufmerksamkeit auf bestimmte Bildbereiche lenken will. In Dialogszenen kann ich durch punktuelle Abschattung Hierarchien zwischen den Charakteren schaffen, ohne dass es dem Zuschauer bewusst wird. Die schnelle Anpassbarkeit ermöglicht es mir, spontan auf schauspielerische Nuancen zu reagieren und die Lichtsetzung entsprechend zu modifizieren.

Produzent

Black Wrap spart mir täglich Stunden an Beleuchtungsaufbau, da mein Gaffer schnelle Lichtanpassungen ohne zusätzliches Grip-Equipment durchführen kann. Eine Rolle kostet 45 Euro und reicht für etwa 20 Drehtage, was deutlich günstiger ist als zusätzliche Flags und Stands. Die kompakte Lagerung in der Kameratasche eliminiert Transportkosten für sperriges Abschattungsequipment, besonders bei Location-intensiven Produktionen mit häufigen Umbauten.

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