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Avolites
Licht · Begriffe

Avolites

Murnau AI illustration
color temperature flow roll take

Britischer Hersteller von Lichtsteuerungspulten, Standard in Theater und Event-Beleuchtung.

Technische Details

Aktuelle Avolites-Konsolen wie die Arena-Serie oder das Quartz arbeiten mit dem hauseigenen Titan-Betriebssystem und verfügen über 15,6"-Touchscreens mit 1920x1080 Pixel Auflösung. Die Konsolen bieten typischerweise 20-60 physische Playback-Fader, 10-40 Macro-Tasten und verarbeiten DMX-Signale mit einer Aktualisierungsrate von 44 Hz. Über Art-Net und sACN können die Geräte netzwerkbasiert bis zu 256 DMX-Universen ausgeben. Die Personality-Bibliothek umfasst über 30.000 vordefinierte Gerätedefinitionen für Scheinwerfer aller Hersteller.

Professionelle Modelle wie das Sapphire Touch oder Diamond 9 unterstützen Timecode-Synchronisation via SMPTE/EBU und bieten integrierte Visualisierung der programmierten Lichtszenen in Echtzeit.

Geschichte & Entwicklung

Das Unternehmen Avolites wurde 1976 in London von Avo Electrics und Mike Bishop gegründet und entwickelte zunächst analoge Dimmerpacks. 1982 folgte das erste digitale Lichtpult QM500 mit 12-Bit-Auflösung. Der Durchbruch gelang 1995 mit der Pearl-Serie, die erstmals Moving Light Control mit konventioneller Dimmung kombinierte.

2004 führte Avolites das Titan-Betriebssystem ein, das seither kontinuierlich weiterentwickelt wird. 2018 übernahm Harman International (Samsung-Tochter) das Unternehmen. Die aktuelle Titan-Version 16 von 2023 bietet erweiterte Pixel-Mapping-Funktionen und KI-gestützte Farbkalibrierung.

Praxiseinsatz im Film

Bei Filmproduktionen steuern Avolites-Konsolen komplexe LED-Installationen und synchronisieren Bewegungen von Moving Lights mit Kamerafahrten. In "Blade Runner 2049" (2017) programmierte Gaffer Roger Deakins über ein Avolites Sapphire Touch die Farbtemperatur-Übergänge von über 200 LED-Panels für die futuristischen Stadtszenen. Die Konsolen speichern vollständige Setups als Shows ab, wodurch bei mehrtägigen Drehs identische Lichtstimmungen reproduziert werden können.

Typische Workflows umfassen das Vorprogrammieren von Lichtszenen im Studio und deren Übertragung per USB-Stick oder Netzwerk zum Set. Die integrierte Visualisierung ermöglicht Lichtproben ohne physische Scheinwerfer.

Vergleich & Alternativen

Hauptkonkurrenten sind MA Lighting (grandMA-Serie) und ETC (Eos-Familie). Während grandMA bei großen Konzerten dominiert, punktet Avolites durch intuitivere Bedienung und günstigere Einstiegspreise. MA-Konsolen bieten höhere Kanalzahlen (bis 196.608 Parameter), Avolites-Geräte überzeugen durch schnelleres Programmieren komplexer Effekte.

Für kleinere Produktionen eignet sich das kompakte Titan Mobile (1.024 Kanäle, 999 Euro), während Großproduktionen auf Diamond 9 oder Arena setzen. ETC Eos eignet sich primär für Theaterbetrieb, bietet aber präzisere Dimmerkurven für konventionelle Tungsten-Beleuchtung.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich schätze an Avolites die präzise Farbtemperatur-Kontrolle und die Möglichkeit, LED-Panels stufenlos von 2700K bis 6500K zu dimmen, ohne Farbverschiebungen zu riskieren. Die Konsole synchronisiert Lichtbewegungen millisekundengenau mit meinen Kamerafahrten, was bei komplexen Steadicam-Shots durch beleuchtete Räume entscheidend ist. Besonders die Pixel-Mapping-Funktion hilft mir, großflächige LED-Wände als homogene Lichtquelle zu nutzen.

Regisseur

Ich nutze Avolites-Konsolen, um emotionale Bögen durch subtile Lichtveränderungen zu verstärken – etwa wenn sich während eines Dialogs unmerklich die Farbtemperatur von warmem 3200K zu kühlem 5600K verschiebt und so die Stimmung kippt. Die Möglichkeit, hunderte von Lichtszenen vorab zu programmieren und per Timecode mit dem Playback zu synchronisieren, gibt mir totale kreative Kontrolle. So kann ich Lichtdramaturgie wie einen Filmschnitt behandeln.

Produzent

Eine Avolites-Konsole amortisiert sich durch reduzierte Einrichtzeiten – statt 3 Stunden Setup für komplexe LED-Arrangements brauchen wir nur 45 Minuten, da alle Parameter gespeichert und reproduzierbar sind. Die Anschaffungskosten von 8.000-35.000 Euro rechnen sich bei längeren Produktionen gegenüber täglicher Anmietung für 200-400 Euro. Der größte Kostenfaktor ist ein erfahrener Beleuchter, der 450-650 Euro täglich kostet, aber durch die intuitive Bedienung schneller arbeitet.

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