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Arri D12
Licht · Begriffe

Arri D12

Murnau AI illustration
arri color temperature flow roll take

Kompakter 1200W HMI-Tageslichtscheinwerfer mit Fresnel-Linse für scharfe Schatten und weite Lichtstreuung.

Technische Details

Die D12 arbeitet mit einem Metallhalogenid-Brenner und einem elektronischen Vorschaltgerät (Ballast), das die erforderliche Zündspannung von 20.000 Volt bereitstellt. Der Scheinwerfer wiegt 8,2 Kilogramm und misst 350 x 240 x 460 Millimeter. Das Gehäuse aus druckgegossenem Aluminium gewährleistet effiziente Wärmeableitung bei einer Betriebstemperatur des Brenners von 6.000 Kelvin. Die Fresnel-Linse mit 175 Millimeter Durchmesser ermöglicht eine stufenlose Fokussierung zwischen 12 und 60 Grad Abstrahlwinkel. Arri bietet die D12 in den Varianten D12 Plus mit verbesserter Kühlung und D12/T für den Einsatz mit Tungsten-Filtern an.

Geschichte & Entwicklung

Arri führte die D12 1987 als Teil der ersten Generation kompakter HMI-Leuchten ein, nachdem die HMI-Technologie in den 1970er Jahren von Osram entwickelt worden war. Die Leuchte etablierte sich schnell als Standard für mobile Filmproduktionen, da sie erstmals tageslichtbalancierte Beleuchtung in handlicher Bauform bot. 1995 folgte die überarbeitete Version D12 Plus mit optimierter Elektronik und verbesserter elektromagnetischer Verträglichkeit. Seit 2010 ergänzt Arri das Portfolio mit LED-basierten Alternativen, die D12 bleibt jedoch aufgrund ihrer hohen Lichtleistung weiterhin im Einsatz.

Praxiseinsatz im Film

Die D12 dient primär als Aufhellicht (Fill Light) bei Außenaufnahmen oder als Hauptlichtquelle (Key Light) in kleineren Innenräumen. Kamerateams setzen sie häufig zum Ausleuchten von Interviews oder als Hintergrundlicht ein, wenn natürliches Tageslicht simuliert werden soll. Bei "Der bewegte Mann" (1994) verwendete Kameramann Gernot Roll die D12 systematisch für Innenaufnahmen, um die warme Tungsten-Beleuchtung mit kühlem "Fensterlicht" zu kontrastieren. Der Scheinwerfer eignet sich besonders für Run-and-Gun-Produktionen, da er ohne schweres Stativ auskommt und direkt an 16-Ampere-Steckdosen betrieben werden kann.

Vergleich & Alternativen

Gegenüber der größeren Arri D25 (2.500 Watt) bietet die D12 geringere Lichtleistung, aber deutlich bessere Handhabung bei batteriebetriebenen Produktionen. Moderne LED-Panels wie die Arri SkyPanel S60-C erreichen ähnliche Lichtausbeute bei kontinuierlicher Dimmbarkeit und Farbtemperaturanpassung, benötigen jedoch größere Leuchtflächen für vergleichbare Lichtintensität. Konkurrierende HMI-Leuchten wie die Dedo DLED12 oder K5600 Joker-Bug 400W positionieren sich in ähnlichen Leistungsklassen, erreichen aber nicht die Robustheit und Servicefreundlichkeit der Arri-Konstruktion.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich schätze die D12 für ihre konstante Farbtemperatur und den knackigen Schatten, den nur HMI-Licht erzeugt - LED-Panels erreichen nie diese Härte und Brillanz. Bei Außendreh verwende ich sie als zuverlässiges Aufhellicht, das auch bei Wind stabil steht und notfalls schnell umpositioniert werden kann.

Regisseur

Die D12 gibt mir die Möglichkeit, auch in schwierigen Lichtsituationen die emotionale Wirkung einer Szene zu steuern - das harte Tageslicht verstärkt Spannungsmomente, während diffundiert eine natürliche Arbeitsplatz-Atmosphäre entsteht. Besonders bei Dialogen nutze ich den Kontrast zwischen warmem Kunstlicht und dem kühlen HMI-Schein für subtile Charakterzeichnung.

Produzent

Die D12 amortisiert sich durch niedrigen Stromverbrauch und geringen Personalaufwand - ein Beleuchter kann sie allein handhaben, während größere HMI-Leuchten ein Team erfordern. Bei Tagesdrehs spare ich Generatorkosten, da sie oft direkt ans Hausnetz angeschlossen werden kann, und die robusten Arri-Geräte haben minimale Ausfallzeiten.

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