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Angenieux 25-250
Kamera · Equipment

Angenieux 25-250

Murnau AI illustration
angenieux flow para roll take

10-fach Zoom von Angenieux mit 25-250mm Brennweite. Klassisches Broadcast- und Dokumentarfilmobjektiv.

Technische Details

Das Objektiv verfügt über 22 Linsenelemente in 16 Gruppen, einen Frontlinsendurchmesser von 134mm und eine minimale Fokussierung ab 1,2 Metern. Der Zoomring benötigt eine 270-Grad-Drehung für den kompletten Brennweitenbereich, während der Fokusring 300 Grad umfasst. Das optische System kompensiert Breathing-Effekte und hält die Schärfe beim Zoomen konstant. Verfügbar sind Versionen für PL-Mount und Arri-Bajonett, sowie eine spätere HR-Variante mit verbesserter Vergütung für digitale Sensoren.

Geschichte & Entwicklung

Pierre Angénieux entwickelte das 25-250mm erstmals 1964 als Reaktion auf die Bedürfnisse der französischen Nouvelle Vague nach flexibleren Objektiven. Das Design basierte auf seinem revolutionären 12-120mm aus dem Jahr 1959. Ab 1974 wurde die verbesserte HR-Version (High Resolution) eingeführt, die bis in die frühen 2000er Jahre produziert wurde. Angénieux stellte 2008 die Produktion ein und konzentrierte sich auf moderne Zoomsysteme für digitale Kameras.

Praxiseinsatz im Film

Kameraleute schätzen das 25-250mm für Dokumentarfilme und handheld-Aufnahmen, da es ohne Objektivwechsel von Weitwinkel bis Tele reicht. Regisseure wie Claude Lelouch verwendeten es extensiv in "Ein Mann und eine Frau" (1966) für spontane Zoom-Fahrten. Das Objektiv prägte den charakteristischen Look vieler 70er-Jahre-Thriller, etwa in "Die Unbestechlichen" (1976), wo es für diskrete Überwachungsszenen eingesetzt wurde. Der sanfte Zoom-Verlauf ermöglicht gleichmäßige Brennweitenänderungen während der Aufnahme, was bei modernen Objektiven oft ruckartig wirkt.

Vergleich & Alternativen

Das Angenieux 25-250mm konkurrierte direkt mit dem Canon K35 25-120mm, bot jedoch größeren Brennweitenbereich bei geringfügig schlechterer Lichtstärke. Moderne Alternativen wie das Angenieux Optimo 24-290mm erreichen ähnliche Bereiche bei konstanter T2.8-Blende, kosten jedoch das Dreifache. Vintage-Exemplare des 25-250mm erzielen heute Preise zwischen 15.000 und 25.000 Euro und werden gezielt für Retro-Produktionen oder als charakteristische "Film-Look"-Objektive eingesetzt. Das Cooke 25-250mm bietet vergleichbare Leistung mit wärmerem Bokeh.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich verwende das Angenieux 25-250mm hauptsächlich für handheld-Sequenzen, wo der große Brennweitenbereich Objektivwechsel vermeidet und den Workflow beschleunigt. Die konstante Schärfe beim Zoomen ist Gold wert für spontane Reframings, auch wenn das Gewicht von 9,5 Kilogramm bei längeren Drehtagen zur Belastung wird. Der charakteristische "analoge" Look mit seiner leichten Weichzeichnung verleiht digitalen Aufnahmen eine organische Filmästhetik.

Regisseur

Das 25-250mm ermöglicht mir subtile Zoom-Bewegungen, die emotionale Wendepunkte verstärken, ohne dass die Technik aufdringlich wird. Besonders bei Dialogen nutze ich langsame Push-ins von 50mm auf 120mm, um Intimität aufzubauen, während ich für Establishing Shots bei 25mm beginne und sanft ins Detail zoome. Die optischen Eigenschaften schaffen eine nostalgische Atmosphäre, die perfekt zu Period Pieces oder bewusst retro inszenierten Geschichten passt.

Produzent

Ein gebrauchtes Angenieux 25-250mm kostet zwischen 15.000-25.000 Euro, spart aber täglich 2-3 Stunden Drehzeit durch weniger Objektivwechsel und reduziert das benötigte Equipment um geschätzt 40%. Das robuste Design übersteht problemlos 60-80 Drehtage ohne Wartung, während moderne Alternativen bei ähnlicher Leistung das Dreifache kosten und längere Lieferzeiten haben.

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