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Angenieux
Kamera · Equipment

Angenieux

Murnau AI illustration
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Französischer Objektivhersteller, spezialisiert auf hochwertige Zoom-Objektive für Film und Fernsehen seit 1935.

Technische Details

Die charakteristische Bauweise basiert auf einem kompensierenden Zoom-System mit bis zu 20 Linsenelementen in 14 Gruppen. Das Flaggschiff Optimo 24-290mm T2.8 wiegt 8,2kg bei einer Länge von 340mm und bietet einen 12-fachen Zoomfaktor. Die Type EZ-Serie für digitale Kameras arbeitet mit Servo-Motoren für Fokus, Zoom und Blende, gesteuert über 16-Bit-Encoder mit 0,1°-Präzision. Alle Objektive verwenden ED-Glas (Extra Low Dispersion) und asphärische Elemente zur Minimierung chromatischer Aberrationen.

Geschichte & Entwicklung

Pierre Angenieux patentierte 1950 das erste Retrofokus-Weitwinkelobjektiv und revolutionierte 1956 mit dem 17-68mm f/2.2 die Filmproduktion durch kontinuierliches Zoomen während der Aufnahme. 1964 filmte die NASA mit Angenieux-Objektiven die Apollo-Missionen. Die Optimo-Serie startete 1998 mit dem 17-80mm T2.2, gefolgt von Ultra-Weitwinkel-Versionen ab 15mm. 2019 übernahm die Thales-Gruppe Angenieux, investierte 25 Millionen Euro in neue Fertigungsanlagen und erweiterte die EZ-Serie für Netflix-konforme 4K-Produktionen.

Praxiseinsatz im Film

Steven Spielberg verwendete Angenieux-Objektive für die ikonischen Zoom-Fahrten in "Der weiße Hai" (1975) und "E.T." (1982). Emmanuel Lubezki setzte bei "Birdman" (2014) das Optimo 15-40mm für kontinuierliche Kamerabewegungen ein. Die Type EZ 15-40mm und 30-90mm dominieren Netflix-Serien wie "Stranger Things" und "The Crown" durch ihre schnelle Fokussierung und geräuscharmen Betrieb bei Available-Light-Drehs. Die Objektive ermöglichen Naheinstellgrenzen ab 0,8m bei maximaler Brennweite.

Vergleich & Alternativen

Angenieux konkurriert mit Canon CN-E, Fujinon Premista und Cooke Varotal-Objektiven. Während Canon günstiger produziert und Fujinon größere Zoomfaktoren bietet, überzeugt Angenieux durch gleichmäßige Schärfeverteilung und minimale Fokus-Atmung (unter 1%). Cooke-Objektive erzeugen charakteristische Unschärfe-Kreise, Angenieux bleibt optisch neutraler. Für Dokumentarfilme ersetzen die leichteren EZ-Objektive zunehmend schwere Optimo-Modelle, kosten aber 40.000-60.000 Euro pro Objektiv gegenüber 80.000-120.000 Euro für Optimo-Versionen.

Aktuelles

Die Diskussion um Zeiss' neuen 21-100mm Lightweight Zoom verdeutlicht Angenieux' besondere Position im Markt. Während Zeiss auf maximale Schärfe und technische Präzision setzt, verfolgt Angenieux bewusst einen anderen Ansatz mit charaktervollerem Rendering. Diese stilistische Differenzierung unterstreicht, warum viele Kameraleute trotz technischer Alternativen bei den französischen Optiken bleiben.

Aktuelles

Die Angenieux Optimo Style-Serie ist mittlerweile auch in EF-Mount verfügbar und erweitert damit die Kompatibilität zu Canon-DSLRs und spiegellosen Kameras. Diese Variante macht die bewährten Cinema-Zoom-Eigenschaften von Angenieux für kleinere Produktionen und hybride Kamera-Setups zugänglich.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich schätze an Angenieux-Objektiven die konstante T-Blende über den gesamten Zoombereich – bei einem 24-290mm bleibt T2.8 wirklich T2.8, ohne Lichtverlust wie bei günstigeren Konkurrenten. Die mechanische Dämpfung der Zoom- und Fokusringe ist perfekt kalibriert für präzise Handarbeit, besonders bei langsamen Fahrten ohne Follow-Focus-System.

Regisseur

Mit Angenieux kann ich flüssige Brennweitensprünge innerhalb einer Einstellung realisieren, ohne Schnitt oder Objektiv-Wechsel – das komprimiert dramatische Momente und verstärkt emotionale Wendepunkte. Der 12-fache Zoomfaktor des Optimo 24-290mm ermöglicht es mir, von Totale zu Extreme Close-Up zu fahren und dabei die räumliche Kontinuität zu bewahren.

Produzent

Ein Angenieux Optimo kostet 90.000 Euro, ersetzt aber vier Festbrennweiten à 25.000 Euro – das spart Geld und Drehzeit durch weniger Umbauten. Die Robustheit zahlt sich aus: Nach 200 Drehtagen funktionieren die Objektive noch präzise, während billigere Alternativen oft nach 50 Tagen Service brauchen und Produktionsausfälle verursachen.

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