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Wand-Spreizer
Grip · Equipment

Wand-Spreizer

Wall Spreader
Murnau AI illustration
color temperature flow roll take

Teleskopstange mit Gummifüßen, die zwischen Boden und Decke gespannt wird. Trägt Lampen oder Equipment ohne Wandbefestigung.

Technische Details

Standard-Wand-Spreizer bestehen aus zwei ineinander verschiebbaren Aluminiumrohren mit einem Außendurchmesser von 50-60mm. Das Spannsystem arbeitet mit einer Gewindespindel oder Ratschenmechanik, die einen Anpressdruck von 800-1200 Newton erzeugt. Die Auflageflächen sind mit rutschfesten Gummipads (Shore-Härte A70-80) ausgestattet und haben eine Kontaktfläche von 80-120cm². Profi-Systeme wie der Manfrotto 032 oder Matthews Studio Equipment Pole Cat verfügen über 16mm-Zapfen oder 28mm-Receiver zur Aufnahme von Leuchten-Adaptern. Schwerlast-Varianten erreichen durch Doppelauszug Spannweiten bis 8 Meter bei reduzierter Tragkraft von 80 Kilogramm.

Geschichte & Entwicklung

Matthews Studio Equipment führte 1979 den ersten kommerziellen Wall Spreader unter dem Namen "Pole Cat" ein, entwickelt für die wachsenden Anforderungen mobiler TV-Produktionen. Manfrotto folgte 1983 mit dem Modell 032, das sich durch geringeres Gewicht und kompaktere Transportmaße auszeichnete. 1995 revolutionierte Avenger mit dem D520 das Segment durch ein Schnellspannsystem, das die Aufbauzeit von drei auf eine Minute reduzierte. Moderne Systeme integrieren seit 2010 Sicherheits-Überlastkupplungen und LED-Gewichtsanzeigen.

Praxiseinsatz im Film

Cinematographer Roger Deakins verwendete Wand-Spreizer extensiv bei "Skyfall" (2012) für die Beleuchtung der Shanghai-Sequenzen in praktischen Locations ohne Deckenbefestigung. Die Systeme ermöglichen das punktgenaue Positionieren von Kino Flos oder LED-Panels in Räumen mit empfindlichen Oberflächen. Typische Workflows sehen zwei Mann für Installation und Justage vor, wobei die Ausrichtung mittels Wasserwaage erfolgt. Nachteile zeigen sich bei unebenen Decken (Toleranz max. 15mm) und bei Erschütterungen durch Kamerabewegungen, die Vibrationen auf das eingespannte System übertragen.

Vergleich & Alternativen

Wand-Spreizer unterscheiden sich von C-Stands durch die rückstandslose Installation ohne Sandsäcke oder Klammern. Magic Arms bieten höhere Flexibilität bei der Leuchtenmontage, erreichen jedoch nur 30% der Tragkraft. Saugnapf-Systeme wie das Manfrotto 241 arbeiten nur an glatten Oberflächen und tragen maximal 15 Kilogramm. Bei Deckenhöhen über 5,50 Meter kommen Gerüstsysteme oder fest installierte Schienensysteme zum Einsatz, die jedoch Vorlaufzeit und Genehmigungen erfordern.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich setze Wand-Spreizer ein, wenn ich in engen Räumen arbeite und trotzdem eine gleichmäßige Ausleuchtung von oben benötige, ohne dass Stative im Kameraschwenk stehen. Besonders bei Available Light-Situationen kann ich so gezielt Aufheller oder Negativfill exakt dort positionieren, wo ich die Lichtstimmung kontrollieren muss, ohne die Location zu beschädigen.

Regisseur

Für mich ermöglichen Wand-Spreizer die authentische Beleuchtung in Real Locations, ohne dass das Setting durch sichtbare Lichttechnik verfälscht wird. Ich kann Schauspieler frei im Raum bewegen lassen, während die Beleuchtung unsichtbar von oben arbeitet und die gewünschte Atmosphäre schafft, besonders bei Intimszenen in Privatwohnungen oder historischen Gebäuden.

Produzent

Wand-Spreizer reduzieren meine Locationkosten erheblich, da keine Schäden an Decken oder Wänden entstehen und damit Kautionen wegfallen. Ein 4er-Set kostet 1.200 Euro, spart aber täglich 2-3 Stunden Auf- und Abbauzeit gegenüber komplexeren Rigging-Lösungen, was bei einer 40-köpfigen Crew schnell 2.000 Euro pro Drehtag ausmacht.

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