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V90
Kamera · Begriffe

V90

Murnau AI illustration
flow para roll take

SD-Karten-Standard mit mindestens 90MB/s Schreibgeschwindigkeit — gewährleistet unterbrechungsfreie 4K-Videoaufzeichnung bei hohen Datenraten.

Technische Details

V90-Objektive erfassen einen vertikalen Bildwinkel von exakt 90 Grad, was bei 16:9-Format einem horizontalen Winkel von etwa 120-140 Grad entspricht. Typische Brennweiten liegen bei 8mm (Fisheye), 14mm f/2.8 oder 16mm f/1.4 für Vollformatsensoren. Bei Super35/APS-C-Sensoren entsprechen 10-12mm Objektive diesem Bildwinkel. Die minimale Schärfentiefe reicht von 0,2m bis unendlich, die Lichtstärke variiert zwischen f/1.4 und f/4.0. Moderne V90-Objektive verwenden asphärische Linsenelemente zur Verzerrungskorrektur und ED-Glas zur chromatischen Aberrationsreduktion.

Geschichte & Entwicklung

Die ersten V90-Objektive entstanden 1962 mit Nikons 8mm f/2.8 Fisheye für die Astronomie. 1975 entwickelte Carl Zeiss das erste kinematographische 9,5mm T2.3 für 35mm-Film. Der Durchbruch für digitale Kinoproduktionen erfolgte 2008 mit Canons EF 8-15mm f/4L, gefolgt von Samyang/Rokinons 8mm f/3.5 (2011) als erstes bezahlbares Cine-V90-Objektiv. Seit 2018 bieten Hersteller wie Laowa, Venus Optics und Irix spezialisierte V90-Objektive mit T1.9-T2.1 Lichtstärke für professionelle Filmproduktionen.

Praxiseinsatz im Film

V90-Objektive erzeugen charakteristische Bildverzerrungen und extreme Raumtiefe. Danny Boyle verwendete 8mm-Fisheyes in "Trainspotting" (1996) für Drogentrip-Sequenzen, Darren Aronofsky setzte sie in "Requiem for a Dream" (2000) für psychedelische Nahaufnahmen ein. In "Mad Max: Fury Road" (2015) verstärkten V90-Aufnahmen die Geschwindigkeitswirkung der Verfolgungsjagden. Typische Anwendungen umfassen Innenautos-Shots, extreme Close-Ups mit Umgebungskontext, Unterwasseraufnahmen und experimentelle Perspektiven. Die extreme Schärfentiefe eliminiert Focus-Pulling-Anforderungen weitgehend.

Vergleich & Alternativen

V90 unterscheidet sich von Standard-Weitwinkelobjektiven (24-35mm) durch den doppelten Erfassungsbereich und stärkere Verzerrung. Ultra-Weitwinkel (14-20mm) bieten weniger extreme Effekte bei besserer Verzerrungskontrolle. Moderne Alternativen wie das Laowa 4mm f/2.8 erreichen sogar V110-Bereiche. Digitale Post-Production kann V90-Effekte simulieren, erreicht jedoch nicht die authentische Raumverzerrung echter V90-Optiken. Für weniger extreme Weitwinkelaufnahmen eignen sich 20mm f/1.8 oder 24mm f/1.4 Objektive besser.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich nutze V90-Objektive gezielt für extreme Raumwirkung und wenn ich Protagonisten in überwältigende Umgebungen einbetten will. Die praktisch unendliche Schärfentiefe erleichtert schnelle Drehs erheblich, aber ich muss Lichtquellen am Bildrand wegen der extremen Verzerrung sorgfältig positionieren. Bei Innenraumaufnahmen erreiche ich mit V90 eine Raumtiefe, die selbst mit 14mm nicht möglich ist.

Regisseur

V90-Aufnahmen setze ich für psychologische Extremsituationen und Desorientierung ein - die Verzerrung verstärkt Charaktere in emotionalen Ausnahmezuständen perfekt. Besonders in Thrillern oder für Drogenerfahrungen schaffe ich damit eine unmittelbare, fast aggressive Nähe zum Zuschauer. Die extreme Weitwinkligkeit isoliert Figuren in riesigen Räumen und verstärkt Einsamkeit oder Bedrohung.

Produzent

V90-Objektive kosten zwischen 800-4000 Euro, aber sparen mir Zeit und Geld bei komplexen Innenraumaufnahmen, da weniger Wandentfernungen nötig sind. Für Low-Budget-Produktionen sind sie ideal, um kleine Sets größer wirken zu lassen. Allerdings brauche ich erfahrene Kameraleute, da die extreme Verzerrung schnell unprofessionell wirkt - Fehlaufnahmen kosten mehr als das eingesparte Studiobudget.

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