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V-Flat
Licht · Begriffe

V-Flat

Murnau AI illustration
color temperature flow roll take

Zusammenklappbarer weißer oder schwarzer Reflektor aus zwei verbundenen Schaumstoffplatten — steht V-förmig und reflektiert oder absorbiert Licht.

Technische Details

Handelsübliche V-Flats verwenden 5mm starke Schaumstoffplatten (Foamcore) mit weißer Oberfläche (Reflexionsgrad 85-90%) und matter schwarzer Rückseite (Absorptionsgrad 95%). Die Scharniere bestehen aus Gaffer-Tape oder Klavierband-Konstruktionen. Kompaktere Varianten messen 75 x 150 cm, während große Ausführungen bis 120 x 240 cm reichen. Moderne Versionen nutzen faltbare Textilbespannungen auf Aluminiumrahmen mit Reflexionswerten zwischen 80-95% (weiß), 60-70% (silber) oder Absorptionswerten von 98% (schwarz).

Geschichte & Entwicklung

V-Flats entstanden in den 1940er Jahren in Hollywood-Studios als kostengünstige Alternative zu schweren Holz-Flats. Ursprünglich verwendete man zwei separate weiße Leinwände, die mit Klammern verbunden wurden. Die Kombination aus weißer und schwarzer Seite etablierte sich in den 1960er Jahren. Ab den 1980er Jahren setzten sich Schaumstoffplatten durch, die leichter und günstiger als die bisherigen Sperrholzkonstruktionen waren.

Praxiseinsatz im Film

V-Flats dienen als Aufheller für Schatten, als Negative Fill zum Abdunkeln oder als Hintergrundabgrenzung. Bei Porträts positioniert man sie seitlich der Kamera im 45°-Winkel, um hartes Licht zu streuen. Als Backdrop eignen sie sich für Talking-Head-Aufnahmen oder Produktshots. Die V-Form erzeugt eine gleichmäßige, graduelle Ausleuchtung ohne harte Übergänge. In engen Räumen fungieren sie als mobile Studiowände, die unerwünschte Hintergrundelemente verdecken.

Vergleich & Alternativen

Im Gegensatz zu runden Reflektoren (Ø 107 cm) bieten V-Flats eine größere Leuchtfläche mit 2 m² Arbeitsfläche. Softboxen erzeugen gerichteteres Licht, während V-Flats diffuser aufhellen. Moderne LED-Panels (z.B. Aputure Nova P300c) ersetzen zunehmend passive Reflektoren durch steuerbare Lichtquellen. Faltbare Lastolite-Systeme sind transportfreundlicher, erreichen aber nicht die Stabilität von V-Flats. Bei Budgetproduktionen bleiben DIY-V-Flats aus Foamcore die kosteneffizienteste Lösung gegenüber 800-1500€ teuren LED-Alternativen.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich nutze V-Flats primär für sanftes Fill-Light bei Available-Light-Situationen – eine weiße Seite im 60°-Winkel zur Hauptlichtquelle reduziert den Kontrast um 2-3 Blendenstufen. Die schwarze Seite setze ich als Negative Fill ein, wenn ich dramatischere Schatten brauche, besonders bei Fensterlicht-Setups.

Regisseur

V-Flats helfen mir, die emotionale Wirkung von Gesichtern zu steuern – weiche Ausleuchtung für intime Szenen, harte Schatten durch Negative Fill für Spannungsmomente. Als neutrale Backdrop-Lösung isoliere ich Charaktere visuell vom Hintergrund und lenke die Aufmerksamkeit auf ihre Performance.

Produzent

Ein V-Flat-Set kostet 150-200€ und ersetzt teure Softbox-Kombinationen, die das Zehnfache kosten würden. Der Transport erfordert einen Sprinter statt Kleinwagen, aber die Zeitersparnis beim Setup kompensiert das – 30 Sekunden Aufbau versus 10 Minuten für vergleichbare Softbox-Rigs mit Stativen.

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