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UHS-II
Kamera · Begriffe

UHS-II

Murnau AI illustration
flow para roll take

Ultra High Speed Speicherkarten-Standard — erreicht bis zu 312 MB/s Schreibgeschwindigkeit für 4K/8K-Aufzeichnung.

Technische Details

UHS-II-Karten verfügen über 17 Kontakte gegenüber 9 bei Standard-SD-Karten, wobei die zweite Kontaktreihe eine parallele Datenübertragung ermöglicht. Die Schnittstelle arbeitet mit Low Voltage Differential Signaling (LVDS) bei 1,8V und erreicht theoretische Maximalgeschwindigkeiten von 312 MB/s im Vollmodus. Praktisch liefern High-End-Karten wie die SanDisk Extreme Pro V90 schreibende Geschwindigkeiten von bis zu 260 MB/s. UHS-II ist rückwärtskompatibel zu UHS-I-Geräten, arbeitet dann jedoch nur mit UHS-I-Geschwindigkeit.

Geschichte & Entwicklung

Die SD Association führte UHS-II im Juni 2011 ein, erste Karten erschienen 2014 von Herstellern wie SanDisk und Lexar. Der Standard entstand als direkte Antwort auf 4K-Videoaufnahmen, die ab 2012 in Consumer-Kameras Einzug hielten. 2017 folgte die V90-Video-Speed-Klasse, die konstante Schreibraten von mindestens 90 MB/s garantiert. Aktuelle UHS-II-Karten erreichen mit der Application Performance Class A2 auch optimierte Performance für App-Nutzung.

Praxiseinsatz im Film

UHS-II ermöglicht verlustfreie 4K-RAW-Aufnahmen in Kameras wie der Panasonic GH5, die bis zu 400 Mbit/s Datenrate produziert. Bei High-Frame-Rate-Aufnahmen (120fps in 4K) verhindert die hohe Schreibgeschwindigkeit Buffer-Overflows und Aufnahmeunterbrechungen. Dokumentarfilmer profitieren von längeren kontinuierlichen Aufnahmezeiten ohne Kartenwechsel. Der schnelle Transfer verkürzt Backup-Zeiten am Set erheblich: Eine 128GB-Karte lädt in unter 8 Minuten statt 25 Minuten bei UHS-I.

Vergleich & Alternativen

Während UHS-I für Full-HD und Standard-4K-Aufnahmen ausreicht, ist UHS-II bei hochbiträtigen Codecs wie ProRes RAW oder Cinema DNG unerlässlich. CFexpress Type B bietet mit bis zu 1.700 MB/s deutlich höhere Geschwindigkeiten, bleibt aber professionellen Kameras vorbehalten. XQD-Karten erreichen ähnliche Transferraten wie UHS-II, sind jedoch größer und teurer. Für Streaming-Workflows mit niedrigen Bitraten reichen UHS-I-Karten, bei RAW-Material oder HDR-Aufnahmen führt kein Weg an UHS-II vorbei.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich setze UHS-II bei allen 4K-RAW-Produktionen ein, da sie Buffer-Overflows verhindert und mir längere Takes ermöglicht – besonders bei dokumentarischen Drehs ist das entscheidend. Die V90-Klasse garantiert mir konstante Schreibraten auch bei komplexen Szenen mit vielen Details, wodurch ich keine Kompromisse bei der Bildqualität eingehen muss.

Regisseur

Mit UHS-II kann ich spontaner arbeiten und längere Einstellungen fahren, ohne mir Gedanken über technische Limitierungen zu machen – das gibt mir mehr kreativen Freiraum für natürliche Performances. Bei High-Speed-Aufnahmen für Zeitlupen-Effekte ist die Karte unverzichtbar, da sie auch bei 120fps in 4K zuverlässig aufzeichnet.

Produzent

UHS-II-Karten kosten etwa 40% mehr als UHS-I, sparen aber Zeit und Nerven durch zuverlässige Aufnahmen ohne technische Unterbrechungen. Der schnelle Datentransfer reduziert die täglichen Backup-Zeiten um zwei Drittel, was bei engen Drehplänen entscheidend ist und letztendlich Personalkosten spart.

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